PPC steht für Pay-per-Click. Du schaltest eine Anzeige, zahlst nicht für die Anzeige selbst, sondern erst wenn jemand klickt. Das Modell dominiert bezahlte Sichtbarkeit im E-Commerce — bei Google Ads, Amazon Advertising, Meta Ads (dort auch CPM, aber CPC-Optionen sind Standard) und zunehmend bei Perplexity und ChatGPT, die 2026 ihre Ad-Formate ausrollen (siehe Werkbank: Perplexity und ChatGPT führen Ads ein).
Amazon-PPC vs. Google Ads — der entscheidende Unterschied.
Google-Suchende informieren sich. Amazon-Suchende kaufen. Das verändert alles.
Bei Google bietest du auf einen Suchbegriff und bringst den Nutzer irgendwohin — Landing Page, Blog, Shop. Zwischen Klick und Kauf liegen oft Tage, mehrere Touchpoints, Attribution-Fragen. Konversion-Raten im Google-Shopping-Trichter liegen bei 1 bis 3 Prozent, je nach Branche. Keyword-Match-Types, Smart Bidding, Audience-Signale, Qualitäts-Faktor — der Hebel-Mix ist breit.
Bei Amazon bietest du auf einen Suchbegriff oder eine konkurrierende ASIN und landest direkt beim Kauf-Button. Konversion-Raten liegen bei 10 bis 25 Prozent, bei gut geführten Listings auch 30. Dafür ist der Bieter-Druck brutaler und die Kostenbasis härter — ein Produkt mit 15 Euro Verkaufspreis und 3 Euro Marge nach FBA frisst bei einem ACoS von 25 Prozent jede Marge. Die realistische Marge-Logik beschreibt der Eintrag Marge.
Keyword-Targeting vs. Produkt-Targeting.
Keyword-Targeting: Du bietest auf einen Suchbegriff — „Vitamin D 1000 IE“, „Laufschuhe Herren Gr 44″. Der klassische Fall. Funktioniert bei beiden Plattformen, aber mit anderer Logik.
Produkt-Targeting (Amazon-spezifisch): Du bietest auf eine ASIN, meist die eines Wettbewerbers. Deine Anzeige erscheint auf dessen Produktseite. Für Marken mit stärkerem Content oder besserem Preis ein starker Hebel. Für schwächere Alternativen eine Geldvernichtungsmaschine, weil die Konversion dort gegen eine Vergleichslogik läuft, bei der die Nutzer schon fast gekauft hatten.
Typische Fehler, die bei fast jedem Audit auftauchen.
- **Zu breit auto-starten und nie negativieren.** Amazon-Auto-Kampagnen fressen Budget auf Suchbegriffen, die nicht konvertieren. Wer nach zwei Wochen keine Negativ-Keyword-Liste pflegt, verliert 30 bis 50 Prozent des Budgets an Streuung.
- **ACoS mit TACoS verwechseln.** ACoS misst nur den PPC-Umsatz. TACoS misst PPC-Kosten gegen Gesamt-Umsatz der ASIN. Eine Marke, die 20 Prozent ACoS feiert und 18 Prozent TACoS hat, verdient fast nichts organisch — das Produkt lebt vom Werbebudget.
- **Keine Trennung zwischen Marken-Keywords und Generic.** Wer auf den eigenen Markennamen bietet und die Kampagne mit Generic-Terms mischt, kann nicht mehr unterscheiden, was gearbeitet hat.
- **Google-Logik auf Amazon kopieren.** Match-Types funktionieren anders, Attribution funktioniert anders, Zielgruppen gibt es praktisch nicht. Wer sein Google-Playbook 1:1 bei Amazon spielt, verbrennt im ersten Quartal mittlere fünfstellige Beträge.
Siehe auch Marktplatz für den Kontext, in dem Amazon-PPC überhaupt stattfindet.