Amazon-Lexikon — für Mittelständler.
122 Begriffe aus Vendor Central, Seller Central, Advertising und Logistik — erklärt für Geschäftsführer, die Amazon ernstnehmen: nicht als Anhang zum Katalog, sondern als eigenständigen Kanal mit eigenen Regeln, eigenen Metriken und eigenen Machtverhältnissen.
Einleitung
Amazon hat eine eigene Sprache. Wer diese Sprache nicht kennt, sitzt in Verhandlungen mit dem Vendor Manager auf dem falschen Stuhl — und zahlt für Dinge, die er nicht versteht.
Dieses Lexikon richtet sich an Geschäftsführer und Marketingleiter, die Amazon ernstnehmen: nicht als Anhang zum Katalog, sondern als eigenständigen Kanal mit eigenen Regeln, eigenen Metriken und eigenen Machtverhältnissen. Die Einträge erklären nicht nur, was ein Begriff bedeutet — sie erklären, warum er für dein Geschäft relevant ist.
Die Begriffe kommen aus beiden Welten: Vendor Central (du verkaufst an Amazon) und Seller Central (du verkaufst über Amazon). Advertising, Logistik, Content, Compliance und Analytics sind ebenfalls abgedeckt.
Fachbegriffe bleiben englisch, wo sie in der Praxis englisch verwendet werden. Alles andere ist deutsch.
Struktur: Alphabetische Navigation A–Z. Am Ende eine Schnell-Referenz-Tabelle aller Abkürzungen.
Navigation
A · B · C · D · E · F · G · H · I · J · K · L · M · N · O · P · Q · R · S · T · U · V · W · Z
A
A/B-Test (Split Test)
Amazon erlaubt brand-registrierten Sellern, zwei Versionen von Produkttiteln, Hauptbildern oder A+ Content gegeneinander zu testen (Funktion „Manage Your Experiments“ in Seller Central). Amazon teilt den Traffic automatisch auf, misst Conversion-Unterschiede über einen definierten Zeitraum (mindestens 4 Wochen empfohlen) und gibt einen statistisch signifikanten Gewinner aus. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen du auf Amazon echte Kausalität messen kannst — nicht nur Korrelation. Priorität für Tests: Hauptbild zuerst (größter Hebel auf CTR), dann Titel, dann A+ Content.
Verwandte Begriffe: → A+ Content, → Conversion Rate, → Brand Registry
Account Health (Konto-Gesundheit)
Die Account Health ist ein Ampel-Dashboard in Seller Central, das zeigt, ob dein Account policy-konform betrieben wird. Drei Dimensionen: Kundendienst-Performance (Order Defect Rate, Cancellation Rate, Late Shipment Rate), Policy Compliance (Listing-Verstöße, IP-Beschwerden, Produkt-Authentizitätsbeschwerden) und Versandperformance (nur für FBM-Seller relevant). Ein Account mit kritischer Account Health riskiert Listing-Deaktivierungen oder Account-Sperrungen. Für Vendoren gibt es das Äquivalent im Operational Performance Dashboard. Monitoring mindestens wöchentlich — Probleme eskalieren auf Amazon schnell.
Verwandte Begriffe: → FBA, → FBM, → Andon Cord
A+ Content (Enhanced Brand Content / EBC)
A+ Content ist der erweiterte Produktbeschreibungsbereich unterhalb der Bullet Points auf einer Amazon-Produktdetailseite. Er erlaubt Markeninhabern, Bilder, Vergleichstabellen, Textspalten und Markenmodule einzusetzen — statt einfachem Fließtext. Gut gemachtes A+ Content erhöht die Conversion Rate messbar, weil es Kaufentscheidungen visuell unterstützt und Rückgaben durch klarere Produktkommunikation reduziert. Das Premium-Format (A++ oder Premium A+ Content) bietet zusätzlich interaktive Elemente, Video-Module und breitere Layouts — in der Regel für Marken mit Brand Registry und ausreichendem Traffic. Sieh A+ Content nicht als Dekoration, sondern als letztes Überzeugungsinstrument vor dem „In den Einkaufswagen“-Klick.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → Brand Store, → EBC
A9 / Amazon-Algorithmus
A9 ist der Suchmaschinen-Algorithmus hinter Amazons Produktsuche — benannt nach dem gleichnamigen Amazon-Tochterunternehmen, das ihn ursprünglich entwickelt hat. Der Algorithmus bewertet, welche Produkte für eine Suchanfrage in welcher Reihenfolge gezeigt werden. Die Hauptfaktoren: Relevanz (Titel, Keywords, Backend-Felder), Performance (Conversion Rate, Klickrate, Rezensionen, Preis) und Verfügbarkeit. Anders als Google optimiert A9 primär für Kaufwahrscheinlichkeit — nicht für Information. Ein Produkt, das nach einem Klick nicht konvertiert, verliert Ranking-Punkte. Daraus folgt: Ranking ist kein SEO-Projekt, sondern ein Konversions-Projekt.
Hinweis: Amazon hat den Algorithmus intern zu „A10“ weiterentwickelt, kommuniziert den Namen aber nicht offiziell. In der Praxis wird weiterhin „A9“ als Sammelbezeichnung verwendet.
Verwandte Begriffe: → BSR, → Buy Box, → Conversion Rate
ACoS (Advertising Cost of Sales)
ACoS misst, wie viel du für Werbung ausgibst, gemessen am direkt durch diese Werbung generierten Umsatz.
Formel: ACoS = Werbeausgaben ÷ Werbeumsatz × 100
Beispiel: Du gibst 500 € für Sponsored Products aus und erzielst damit 2.500 € Umsatz → ACoS = 20 %.
Der Break-even-ACoS ist deine Produktmarge. Liegt dein ACoS darunter, macht deine Kampagne direkt Gewinn. Liegt er darüber, kaufst du Sichtbarkeit auf Kosten der Marge — was bei Launch-Phasen oder defensiven Keyword-Strategien kurzfristig sinnvoll sein kann. ACoS allein reicht nicht: Ein niedriger ACoS bei minimalem Budget ist wertlos. Betrachte ACoS immer zusammen mit → TACoS.
Verwandte Begriffe: → TACoS, → ROAS, → PPC, → Sponsored Products
Alexa for Shopping
Amazon hat seinen KI-Shopping-Assistenten Rufus am 13. Mai 2026 eingestellt und die Technologie unter dem Namen „Alexa for Shopping“ direkt in die Hauptsuchleiste integriert. Der wesentliche Unterschied zu Rufus: Alexa for Shopping erscheint nicht mehr in einem separaten Chat-Panel, sondern für alle US-Nutzer direkt beim Eintippen — vor dem ersten Scrollen, vor der ersten Produktliste. Neue Funktionen gegenüber Rufus: Produktvergleiche auf Anfrage, 12-Monate-Preisverlauf, Auto-Buy für Routinekäufe (Verbrauchsmaterial, Haushaltsartikel), Cross-Retailer-Käufe in Testphase.
Technische Grundlage bleibt dieselbe wie bei Rufus — RAG, semantisches Matching, Embeddings. Was sich für Seller und Vendor ändert: Sichtbarkeitsverlust bei schwachen Listings passiert jetzt im Sucheingabefeld, bevor der Kunde die Produktliste sieht. Dieser „Answer Slot“ ist das wertvollste Suchimmobilien-Äquivalent, das Amazon je vergeben hat. Optimierungslogik: vollständige Bullet Points (Kaufentscheidung ohne Bild möglich), A+ Content auf Entscheidungsfragen ausrichten, Q&A-Bereich aktiv pflegen, Rating ≥ 4,0 Sterne, Use-Case-Kontext explizit benennen (nicht implizit lassen). EU-Rollout: noch kein Datum kommuniziert, historisch 6–18 Monate hinter den USA.
Verwandte Begriffe: → Amazon Rufus, → A+ Content, → Q&A, → Brand Registry, → RAG
Amazon Rufus
KI-Shopping-Assistent, der von September 2023 bis 13. Mai 2026 für US-Nutzer auf amazon.com aktiv war. Rufus war als separates Chat-Panel in der Amazon-App implementiert — Nutzer mussten aktiv auf ein Chat-Icon tippen. Am 13. Mai 2026 hat Amazon Rufus als eigenständiges Feature eingestellt und in die Hauptsuchleiste überführt: der Nachfolger heißt → Alexa for Shopping. Rufus bearbeitete zum Zeitpunkt der Einstellung rund 274 Millionen Anfragen pro Tag (ca. 13,7 % aller Amazon-Suchen in den USA). Alle Optimierungsmaßnahmen, die ursprünglich für Rufus entwickelt wurden, gelten unverändert für Alexa for Shopping — die technische Grundlage (RAG, Embeddings, semantisches Matching) ist identisch.
Verwandte Begriffe: → Alexa for Shopping, → A+ Content, → RAG
AMC (Amazon Marketing Cloud)
Amazon Marketing Cloud ist eine datenschutzkonforme Cloud-Umgebung (Clean Room), in der Werbetreibende ihre eigenen First-Party-Daten mit Amazon-Signalen (Werbe-Exposures, Kaufdaten, Streaming-Daten) zusammenführen und analysieren können. Alle Daten sind pseudonymisiert — du siehst aggregierte Muster, keine Einzelpersonen. AMC ermöglicht Analysen, die in den Standard-Dashboards nicht möglich sind: Welche Kunden haben erst DSP-Anzeigen gesehen, dann eine Sponsored Products-Anzeige geklickt, und dann gekauft? Wie lange dauert der Kaufzyklus nach erstem Werbekontakt? Aus diesen Analysen lassen sich Custom Audiences für DSP-Kampagnen bauen — z.B. Warenkorb-Abbrecher oder Käufer der letzten 12 Monate, die seitdem nicht mehr gekauft haben. AMC ist DSP-Pflicht für Marken mit ernsthaftem Werbebudget.
Zugangsbedingung: Erfordert aktive DSP-Nutzung und technisches Setup (SQL-Kenntnisse oder Agentur mit AMC-Zertifizierung).
Verwandte Begriffe: → DSP, → Brand Analytics, → Retargeting
Andon Cord
Der Begriff stammt aus dem Toyota-Produktionssystem: das Reißseil, das ein Bandarbeiter zieht, wenn er einen Defekt entdeckt — der Band stoppt sofort. Amazon hat dieses Prinzip auf den Marktplatz übertragen. Wenn Kundendienst oder ein Amazon-Mitarbeiter sicherheitsrelevante Beschwerden zu einem Produkt erhält, kann er den „Andon Cord“ ziehen — das ASIN wird sofort vom Verkauf gesperrt, unabhängig von Bestand oder laufenden Kampagnen. Auslöser sind häufig: Verletzungsberichte, Produktdefekte, gefährliche Inhaltsstoffe, falsche Etikettierung. Du erhältst eine Benachrichtigung mit Beschwerde-Details und hast in der Regel 24 Stunden Zeit, mit einer Stellungnahme und einem Korrekturplan zu antworten. Wiederholte Vorfälle können zur dauerhaften ASIN-Entfernung führen. Präventiv: Regelmäßige Qualitätsprüfungen, akkurate Produktbeschreibungen, und ein sauberes Review-Monitoring reduzieren das Risiko erheblich.
Verwandte Begriffe: → Chargeback, → ASIN, → Compliance
ARA (Amazon Retail Analytics)
ARA ist das Analyse-Dashboard für Vendoren in Vendor Central und zeigt Verkaufs- und Bestandsmetriken auf ASIN-Ebene. Die Basisversion (ARA Basic) ist kostenlos enthalten; die Premium-Version (ARA Premium) bietet tiefere Einblicke in Marktanteile, Suchbegriffe und Wettbewerbsdaten — war früher kostenpflichtig, ist heute für viele Vendoren im Standard enthalten. Für Seller entspricht das Äquivalent → Brand Analytics in Seller Central. Wichtige Metriken in ARA: Geordneter Umsatz, versendeter Umsatz, Lagerbestand, Weeks of Cover, Glance Views, Conversion Rate. Beachte die Verzögerung: ARA-Daten sind in der Regel 24–72 Stunden alt.
Verwandte Begriffe: → Brand Analytics, → SQP, → ROOS
ASN (Advanced Shipping Notice)
Ein ASN ist die elektronische Voranmeldung einer Lieferung, die du vor dem physischen Eingang der Ware im Amazon-Fulfillment-Center übermittelst. Der ASN enthält: PO-Nummer, ASIN-Liste, Mengen, Karton- und Paletteninformationen sowie Tracking-Daten. Ohne korrekten ASN drohen Chargebacks — Amazon kann die Ware nicht rechtzeitig einbuchen und verbucht das als Non-Compliance. Der ASN muss spätestens beim physischen Wareneingang vorhanden sein, besser 24–48 Stunden früher. In der Praxis ist ein fehlerhafter oder verspäteter ASN eine der häufigsten Chargeback-Quellen. EDI-Systeme oder Vendor Central-Upload sind die üblichen Übertragungswege.
Verwandte Begriffe: → EDI, → Chargeback, → PO, → OTIF
ASIN (Amazon Standard Identification Number)
Die ASIN ist die interne Amazon-Produktkennung — eine zehnstellige alphanumerische Zeichenkette (z.B. B0XXXXXX01). Jedes Produkt auf Amazon hat genau eine ASIN. Die ASIN ist marktplatz-spezifisch: dasselbe Produkt hat auf amazon.de eine andere ASIN als auf amazon.fr.
Parent ASIN: Eine übergeordnete ASIN, die mehrere Varianten (Größen, Farben, Geschmacksrichtungen) als „Child ASINs“ unter sich bündelt. Der Vorteil: Reviews akkumulieren sich auf Parent-Ebene, alle Varianten profitieren gemeinsam von der Bewertungshistorie.
Child ASIN: Eine einzelne Variante innerhalb einer Parent-ASIN-Struktur. Jede Child-ASIN hat ihren eigenen Lagerbestand, eigene POs und eigenen BSR — aber gemeinsame Reviews mit dem Parent.
FNSKU (Fulfillment Network Stock Keeping Unit): Ein Amazon-spezifischer Barcode, der im FBA-System eindeutig einem Seller-Account zugeordnet ist. Unterscheidet sich von EAN/UPC: Zwei Seller, die dasselbe Produkt verkaufen, haben unterschiedliche FNSKUs, aber dieselbe ASIN.
Verwandte Begriffe: → EAN, → SKU, → FNSKU, → Parent/Child-Struktur
AVN (Annual Vendor Negotiations / Annual Vendor Terms)
Die jährlichen Vendor-Verhandlungen mit Amazon — in der Praxis der wichtigste kommerzielle Termin des Jahres für Vendoren. Amazon initiiert die Verhandlung typischerweise im Q3/Q4. Verhandelt werden: Co-op-Konditionen (Freight Allowance, Damage Allowance, MDF/Marketing Accrual, VIR), Einkaufspreise, Zahlungsziele und besondere Programme (PICS, Born to Run, Subscribe & Save). Amazon kommt mit Vorbereitung — du solltest das auch. Bring Daten: Umsatzentwicklung, Net PPM-Entwicklung, Sell-through-Rate, Retourenquote, tatsächlich genutzte vs. bezahlte Co-op-Leistungen. Wer unvorbereitet in AVN geht, akzeptiert Amazons Ausgangsbasis.
Hinweis: Der Begriff „JBP“ (→ Joint Business Plan) wird häufig synonym verwendet, bezieht sich aber auch auf den strategischen Planungsprozess über die reine Konditionen-Verhandlung hinaus.
Verwandte Begriffe: → JBP, → Co-op Agreement, → Vendor Manager
AVS (Amazon Vendor Services)
Ein kostenpflichtiger Premium-Support-Service von Amazon für Vendoren mit signifikantem Umsatzvolumen. AVS-Kunden erhalten einen dedizierten Account Manager (früher „Strategic Vendor Services“ / SVS genannt), der proaktiv Optimierungen vorschlägt, Probleme eskaliert und bei Verhandlungen unterstützt. Die Kosten sind nicht öffentlich und werden individuell verhandelt. Ob sich AVS lohnt, hängt davon ab, wie aktiv der zugewiesene Manager ist und ob dein Account bereits alle Grundoptimierungen ausgereizt hat. AVS ist kein Ersatz für eigene Amazon-Kompetenz — es ist ein Hebel-Multiplikator, wenn du weißt, was du willst.
Verwandte Begriffe: → Vendor Manager, → Brand Specialist
AZ-Claim (A-to-Z Guarantee)
Die A-to-Z-Garantie ist Amazons Käuferschutz-Programm. Wenn ein Kunde ein Problem mit einer Bestellung hat (Artikel nicht angekommen, nicht wie beschrieben, beschädigt) und der Seller nicht innerhalb von 48 Stunden reagiert oder keine zufriedenstellende Lösung anbietet, kann der Kunde einen A-to-Z-Claim einreichen. Amazon entscheidet, ob der Claim berechtigt ist, und kann Erstattungen direkt vom Seller-Konto abziehen. AZ-Claims beeinflussen die → Account Health negativ. Für FBA-Bestellungen übernimmt Amazon den Kundendienst — A-to-Z-Claims bei FBA werden seltener zu Account-Health-Problemen.
Verwandte Begriffe: → Account Health, → FBA, → FBM
B
Barcode-Chargeback
Amazon stellt Chargebacks aus, wenn Produkte mit fehlerhaften, unlesbaren oder nicht konformen Barcodes geliefert werden. Gängige Auslöser: falsch aufgebrachte EAN/UPC-Barcodes, FNSKU fehlt bei FBA-Sendungen, GS1-nicht-konforme Barcodes, oder Barcodes, die beim Scan im Fulfillment-Center nicht mit dem erwarteten ASIN übereinstimmen. Der Chargeback ist automatisiert — der Scan-Fehler im FC triggert direkt die Deduktion. Prävention: Verpackungs-Audit vor jeder Produktionsserie, Barcode-Qualitätsprüfung als festen Schritt im Produktionsprozess verankern.
Verwandte Begriffe: → Chargeback, → EAN, → FNSKU, → OTIF-Chargeback
Best Deal
Ein „Best Deal“ ist ein zeitlich begrenztes Promotions-Format auf Amazon, das in der „Today’s Deals“-Sektion angezeigt wird. Weniger prominent als → Lightning Deal (kein Countdowntimer, kein Fortschrittsbalken), aber trotzdem mit erhöhter Sichtbarkeit. Best Deals laufen typischerweise 2 Wochen. Du benötigst einen bestimmten Mindestrabatt auf den Referenzpreis und eine ausreichende Bewertungsanzahl. Für Produkte mit breiter Zielgruppe und mittlerem Preisniveau oft effizienter als Lightning Deals, da die Kosten geringer sind.
Verwandte Begriffe: → Lightning Deal, → DOTD, → Promotions
Born to Run (B2R)
Born to Run ist ein Vendor-Programm, das Marken erlaubt, Amazon zu bitten, eine bestimmte Menge eines Produktes einzukaufen — auch wenn Amazon dieses ASIN nicht selbst bestellen würde (z.B. bei Neulistings oder saisonal schlanken Produkten). B2R ist einladungsbasiert (über den Vendor Manager). Der Vendor reicht ein Angebot ein: ASIN, gewünschte Menge, Lieferdatum. Amazon kauft, wenn die Prüfung auf Profitabilität und Lagerkapazität positiv ausfällt. Verkaufszeitraum: 10 Wochen ab ca. 20 Tagen nach Eingang. Kritischer Punkt: Wenn Einheiten nach den 10 Wochen noch unverkauft sind und Amazon sie behält, fällt eine Retention Fee an — typischerweise 25 % des Kostenpreises der unverkauften Einheiten. B2R ist ein starkes Launch-Werkzeug, aber kein Freifahrtschein: Kalkuliere die Retention-Fee-Szenarien durch, bevor du ein Angebot machst.
Verwandte Begriffe: → Vendor Manager, → ASIN, → Replenishment
Brand Analytics
Brand Analytics (BA) ist das Analytics-Dashboard für brand-registrierte Seller in Seller Central. Es enthält: Search Query Performance (→ SQP), Marktkorb-Analyse (welche Produkte werden zusammen gekauft), Demografie-Report, Wiederholungskaufrate und Item Comparison Report (gegen welche Produkte wird dein ASIN häufig verglichen). Brand Analytics liefert echte First-Party-Daten von Amazon — du siehst tatsächliche Suchanfragen und Conversion-Funnels. Das ist wertvoller als jedes externe Tool, weil es auf Amazons eigenem Datensatz basiert. Voraussetzung: → Brand Registry.
Verwandte Begriffe: → SQP, → ARA, → Brand Registry
Brand Registry
Das Markenschutzprogramm von Amazon. Mit einer eingetragenen Marke (nationaler Markenschutz reicht) kannst du deine Marke bei Amazon registrieren und erhältst dadurch: Kontrolle über Produktlisting-Inhalte (du kannst fehlerhafte Inhalte Dritter korrigieren), Zugang zu A+ Content, Brand Store, Brand Analytics, Sponsored Brands, Vine, Project Zero und Transparency. Brand Registry ist der Zugangscode für alle ernsthaften Marken-Tools auf Amazon. Ohne Brand Registry bist du bei Listing-Missbrauch und Counterfeit-Problemen weitgehend machtlos.
Verwandte Begriffe: → Project Zero, → Transparency, → A+ Content, → Vine
Brand Specialist (BS)
Ein Amazon-interner Account-Betreuer, der auf Brand-Seite operiert — nicht zu verwechseln mit dem → Vendor Manager, der für die Einkaufsseite zuständig ist. Brand Specialists unterstützen bei Content-Optimierung, Launch-Strategien und Werbeplanung. Die Intensität der Betreuung variiert stark je nach Account-Größe und Amazon-Priorität. In der Praxis ist der Brand Specialist eher ein Ansprechpartner für operative Themen als ein strategischer Partner.
Verwandte Begriffe: → Vendor Manager, → AVS
Brand Store (Amazon Store)
Ein kostenloser, mehrseitiger Marken-Auftritt auf Amazon — gebaut mit einem Drag-and-Drop-Editor, ohne Programmierkenntnisse. Der Brand Store hat eine eigene URL auf Amazon (amazon.de/stores/DeinMarkenname) und kann als Traffic-Ziel für Sponsored Brands-Anzeigen und externe Kanäle genutzt werden. Er eignet sich gut für Storytelling, Produktlinien-Übersichten und saisonale Landingpages. Wichtig: Organic Traffic in den Brand Store zu generieren, der nicht über PPC bezahlt wird, ist schwierig. Betrachte den Store primär als Conversion-Layer für bereits interessierte Nutzer.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → Sponsored Brands, → A+ Content
Brand Tailored Promotions (BTP)
Brand Tailored Promotions ermöglichen es brand-registrierten Sellern, zielgruppenspezifische Rabattaktionen zu erstellen — nur für Kunden, die bereits mit der Marke interagiert haben. Mögliche Zielgruppen: Warenkorbabbrecher, treue Wiederkäufer, bisherige Käufer einer bestimmten Produktlinie, Marken-Follower, Prime-Mitglieder, Amazon-Business-Kunden. Der Rabatt (10–50 % auf den aktuellen Listenpreis) ist exklusiv für diese Zielgruppe sichtbar — kein Kannibalisierungs-Effekt mit Neukunden. Exklusivität für den Markeninhaber: Andere Seller, die dein Produkt listen, können diese Promotions nicht für ihre Angebote nutzen. Gut für Kundenbindung, Reaktivierung und Conversion-Push bei warmen Audiences.
Verwandte Begriffe: → Promotions, → Brand Registry, → AMC
BSR (Best Seller Rank)
Der BSR ist eine Ranking-Zahl, die angibt, wie gut sich ein Produkt in seiner Kategorie im Vergleich zu allen anderen Produkten derselben Kategorie verkauft. BSR 1 = meistverkauftes Produkt in dieser Kategorie. Ein BSR-Wert von 5.000 in „Küche & Haushalt“ sieht schlecht aus — in einer Nischenkategorie wie „Fleischzubereitung“ ist er stark. BSR aktualisiert sich stündlich und reagiert auf aktuelle Verkaufsimpulse. Er ist kein Langfrist-Indikator: Ein einziger Promotion-Push kann den BSR temporär in Top-100 katapultieren. Für Wettbewerbsanalyse: Verfolge den BSR von Wettbewerbern über mehrere Wochen, um Umsatznäherungen zu berechnen.
Hinweis: CRaP-gefährdete Produkte verlieren ihren BSR-Eintrag, was die organische Sichtbarkeit dramatisch reduziert.
Verwandte Begriffe: → A9, → CRAP, → Conversion Rate
Buy Box (Featured Offer)
Die Buy Box ist das weiße Feld rechts auf der Produktdetailseite mit dem „In den Einkaufswagen“-Button. Offiziell heißt sie seit 2022 „Featured Offer“. Wer die Buy Box hat, macht den Umsatz — über 90 % aller Amazon-Käufe gehen über diesen Button. Die Buy Box wird nicht automatisch dem günstigsten Anbieter zugewiesen. Amazon bewertet ein Set an Kriterien: Wettbewerbsfähiger Preis, Prime-Eligibility, Verkäufer-Bewertung, Versandgeschwindigkeit, Lagerbestand, Account Health. Für Vendoren: Amazon hält die Buy Box in der Regel selbst. Für Seller: Buy-Box-Rotationen zwischen mehreren Anbietern sind möglich. Eine unterdrückte Buy Box (kein Winner) bedeutet, dass Amazon den Preis als zu hoch im Vergleich zu externen Quellen einstuft.
Verwandte Begriffe: → LBB, → MFP, → Featured Offer
C
Chargeback (Vendor)
Ein Chargeback ist eine automatisierte Strafabrechnung, die Amazon gegenüber dem Vendor erhebt, wenn Compliance-Anforderungen bei der Lieferung nicht eingehalten wurden. Häufige Chargeback-Typen: OTIF-Chargeback (zu spät oder unvollständig geliefert), ASN-Chargeback (Voranmeldung fehlt oder ist falsch), Barcode-Chargeback (nicht lesbare oder falsche Barcodes), Prep-Chargeback (Verpackungsanforderungen nicht erfüllt), PO-Accuracy-Chargeback (falsche Mengen geliefert). Chargebacks werden automatisch von ausstehenden Zahlungen abgezogen. Seit April 2025 beträgt die Dispute-Frist nur noch 15 Kalendertage ab Benachrichtigungs-E-Mail. Einsprüche müssen mit Carrier-Daten, ASN-Belegen und POD-Dokumenten belegt werden. Ungeklärte Chargebacks akkumulieren sich still im Vendor-Account und können mehrere Prozent des Jahresumsatzes ausmachen.
Verwandte Begriffe: → OTIF-Chargeback, → Barcode-Chargeback, → ASN, → Net PPM
Confirmation Rate (Bestätigungsrate)
Die Confirmation Rate misst, welchen Anteil der von Amazon ausgestellten Purchase Orders (POs) du tatsächlich bestätigst. Eine niedrige Rate signalisiert Amazon Lieferprobleme und kann zu reduzierten Folgebestellungen führen. Unterscheide: Confirmation Rate (PO bestätigt ja/nein) vs. → Fill Rate (bestätigte Menge tatsächlich geliefert).
Verwandte Begriffe: → Fill Rate, → PO, → OTIF
Co-op Agreement (Kooperationsvereinbarung)
Co-op Agreements (auch: ContraCoGS-Agreements) sind die Vertragsgrundlage für alle kommerziellen Abzüge, die Amazon vom Vendor einbehält. Sie definieren den Rahmen für: → Freight Allowance, → Damage Allowance, → Marketing Accrual/MDF, → VIR, → PICS, → Subscribe & Save-Teilnahme, → SPA/FLEX, → Price Protection, → Overstock Allowance. Alle Co-ops sind im Co-op-Portal in Vendor Central einsehbar. Kritisch: Amazons automatisierte Abzüge erfolgen auf Basis dieser Agreements — Fehler in den Agreements führen zu falschen Abzügen. Überprüfe jährlich im Rahmen der → AVN, was du tatsächlich bezahlst vs. was du an Gegenwert erhältst. Viele Vendoren übersehen, dass einmal vereinbarte Co-ops automatisch verlängert werden.
Verwandte Begriffe: → AVN, → MDF, → VIR, → Damage Allowance, → Freight Allowance
Conversion Rate (CVR)
Die Conversion Rate auf Amazon ist der Anteil der Produktseiten-Aufrufe (→ Glance Views), der zu einem Kauf führt.
Formel: CVR = Bestellungen ÷ Glance Views × 100
Amazons eigener Richtwert liegt branchenabhängig zwischen 10 und 15 %, Top-Produkte in bestimmten Kategorien erreichen 20–30 %. Eine niedrige CVR bei guter Sichtbarkeit zeigt: Du generierst Klicks, überzeugst aber nicht. Häufige Ursachen: Schlechte Hero-Bilder, unklare Bullet Points, fehlende Reviews, Preis zu hoch vs. Wettbewerb. CVR ist die direkteste Verbindung zwischen Content-Qualität und Umsatz.
Verwandte Begriffe: → Glance Views, → A9, → A+ Content
COGS (Cost of Goods Sold)
Wareneinstandskosten — der Preis, zu dem du dein Produkt herstellst oder einkaufst, ohne Overhead. Im Amazon-Kontext ist COGS die Basis für Amazons Net PPM-Berechnung (dein Einstandspreis in der Vendor-Kalkulation) und für deine eigene Margenrechnung als Seller. Die „Shipped COGS“ in ARA/Vendor Central bezeichnet den von Amazon bezahlten Warenwert der tatsächlich versendeten Einheiten.
Verwandte Begriffe: → Net PPM, → PCOGS, → Shipped Revenue
CRAP (Cannot Realize Any Profit)
CRaP ist ein Amazon-interner Begriff (ursprünglich: „Cannot Realise Any Profit“) für Produkte, bei denen Amazon keinen profitablen Handel mehr sieht. Amazon stellt für CRaP-Produkte keine weiteren Purchase Orders aus. Die Ursachen sind meist strukturell: Der Einstandspreis ist relativ zum Verkaufspreis zu hoch (zu kleine Marge für Amazon), das Produkt ist zu schwer/groß (Logistikkosten fressen die Marge), oder Preiserosion durch Konkurrenz hat den Verkaufspreis gedrückt, ohne dass der Einstandspreis angepasst wurde. Folgen: kein Bestand, kein BSR, kein Advertising möglich. CRaP ist kein formeller Status — es passiert einfach, dass Bestellungen ausbleiben. Erkennungszeichen: Lagerbestände fallen auf null ohne Nachbestellung, Glance Views brechen ein.
Lösungsansätze: Preiserhöhung (wenn machbar), Kostensenkung im Einkaufspreis, oder Wechsel zu → Direct Fulfillment als Übergangslösung.
Verwandte Begriffe: → Net PPM, → COGS, → Vendor Manager
Bullet Points (Produktmerkmale)
Die fünf Stichpunkte im oberen Bereich der Produktdetailseite — nach Titel und Bildern der am meisten gelesene Content-Block. Sie erscheinen in der mobilen App besonders prominent, da A+ Content dort erst nach dem Scrollen sichtbar wird. Gute Bullet Points lösen ein Problem des Kunden in der ersten Zeile — nicht beschreiben, was das Produkt ist, sondern was es tut. Struktur: Erster Halbsatz = Nutzen in Großbuchstaben (bei Seller Central-Listings), zweiter Halbsatz = konkretisierende Information. Keyword-Integration ja, aber so, dass der Satz noch lesbar bleibt. Fünf Bullets = fünf Entscheidungsgründe zum Kauf — nutze sie alle.
Verwandte Begriffe: → A+ Content, → Keyword-Recherche, → Conversion Rate
Bundle (Produktbündel)
Ein Bundle ist ein Listing, das mehrere eigenständige Produkte unter einer ASIN zusammenfasst und als Set angeboten wird. Vorteile: Differenzierung von Wettbewerbern (ein Bundle hat keine direkte Preisvergleichs-Referenz), höherer Durchschnittswert pro Transaksar, oft bessere Margen. Anforderungen: Alle Komponenten müssen im Paket enthalten sein; der Bundle-Preis muss günstiger sein als der Gesamtpreis der Einzelprodukte. Vendoren müssen Bundles mit dem Vendor Manager absprechen. Für Seller: Bundle-Listings können nicht von anderen Sellern gekapert werden (kein Listing-Hijacking), da der Bundle einzigartig ist.
Verwandte Begriffe: → ASIN, → Parent/Child-ASIN, → Conversion Rate
Coupon (Amazon-Coupon)
Coupons sind prozentuale oder absolute Preisnachlässe, die auf der Produktseite als grünes Badge („X € Coupon“) angezeigt werden und in Suchergebnissen sichtbar sind. Kunden aktivieren den Coupon vor dem Kauf. Vorteile: Sichtbarkeitsvorteil in Suchergebnissen durch das Coupon-Badge, zielgruppenspezifische Aktivierung möglich, direkte Kaufanreize ohne permanente Preissenkung. Kosten: Einlösegebühr pro genutztem Coupon + der Rabattbetrag selbst. Coupons eignen sich für kurzfristige Conversion-Impulse, sind aber weniger saisonspezifisch als → Lightning Deals.
Verwandte Begriffe: → Lightning Deal, → Brand Tailored Promotions, → BSR
CTR (Click-Through Rate)
Die Click-Through Rate misst, wie viele Nutzer, die deine Anzeige oder dein organisches Suchergebnis sehen, tatsächlich darauf klicken.
Formel: CTR = Klicks ÷ Impressionen × 100
Eine hohe CTR bei niedrigem Umsatz zeigt: Die Seite überzeugt nicht (Content-Problem). Eine niedrige CTR zeigt: Das Produkt wird nicht geklickt (Bild-, Preis- oder Relevanzproblem). Benchmark-CTR für Sponsored Products liegt je nach Kategorie zwischen 0,3 % und 1,5 %. Für organische Suchergebnisse sind höhere CTRs normal.
Verwandte Begriffe: → Conversion Rate, → Hero-Shot, → Sponsored Products
D
Damage Allowance
Teil der → Co-op Agreements. Kompensation, die der Vendor Amazon zahlt, um Schäden an zurückgegebenen oder beschädigten Produkten abzudecken. Die Höhe ist verhandelt und produktkategorie-spezifisch. Damage Allowances sind automatische Abzüge — sie erscheinen als Belastungen auf dem Vendor-Konto ohne spezifische Einzelposten-Nachweise. Im AVN-Gespräch sollte die Damage Allowance mit deiner tatsächlichen Retourenquote abgeglichen werden.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → Overstock Allowance, → AVN
Direct Fulfillment (DF)
Direct Fulfillment (früher „Dropship Central“) ist ein Vendor-Programm, bei dem du als Vendor Kundenbestellungen direkt aus deinem eigenen Lager versendest — nicht aus Amazon-Fulfillment-Centern. Amazon kauft das Produkt nach wie vor von dir und verkauft es; die Produktseite zeigt „Verkauf und Versand durch Amazon“. Du übernimmst die Logistik. Der Vorteil: Kein Lagerbestand bei Amazon nötig, voller Katalog bleibt sichtbar (auch ASINs, die Amazon nicht vorhalten würde). Der Nachteil: Längere Lieferzeiten (kein Prime-sofort), höhere operative Komplexität, strenge OTIF-Anforderungen. DF ist ein sinnvolles Instrument für Long-Tail-ASINs, sperrige Produkte oder Neulistings ohne Bestellhistorie. Für Kernsortiment mit hohem Volumen bleibt Standard-Vendor-Fulfillment effizienter.
Verwandte Begriffe: → FBA, → FBM, → OTIF, → Vendor
DSP (Demand-Side Platform)
Amazon DSP ist Amazons programmatische Werbeplattform für Display- und Video-Anzeigen. Im Gegensatz zu Sponsored Ads (die auf Keyword-Basis innerhalb von Amazon funktionieren) ermöglicht DSP das Erreichen von Zielgruppen basierend auf Kaufverhalten, demographischen Daten und Browsing-Signalen — sowohl auf Amazon-eigenen Seiten als auch auf externen Websites und Apps im Amazon Publisher Network. DSP ist unverzichtbar für Retargeting-Kampagnen (Nutzer, die dein Produkt angesehen aber nicht gekauft haben), für Lifestyle-Targeting (z.B. „regelmäßige Käufer in der Kategorie Sporternährung“) und für Full-Funnel-Strategien. Zugang via Amazon direkt (Mindestbudget beachten) oder über autorisierte DSP-Agenturen. Christopher Schaller hat als verifizierter Amazon Ads Partner direkten DSP-Zugang.
Verwandte Begriffe: → AMC, → Retargeting, → Sponsored Display
DOTD (Deal of the Day)
Das „Deal of the Day“ ist das prominenteste Promotions-Format auf Amazon — 24-Stunden-Aktion mit Platzierung auf der Deals-Homepage. Voraussetzungen: hohe Bewertungsanzahl und -qualität, starker Rabatt auf den Referenzpreis, ausreichender Lagerbestand. Amazon-seitig gibt es eine Bewerbungsfrist; Deals müssen Wochen im Voraus angemeldet werden. DOTD-Platzierungen sind extrem wettbewerbsintensiv, bieten aber einzigartigen Sichtbarkeits-Boost für etablierte Produkte. Für Prime Day und Black Friday: Planung idealerweise 8–12 Wochen im Voraus beginnen.
Verwandte Begriffe: → Lightning Deal, → Best Deal, → Promotions
E
EAN / GTIN / UPC
Produktidentifikatoren nach GS1-Standard, die für Amazon-Listings benötigt werden. EAN (European Article Number, 13 Stellen) ist der europäische Standard; UPC (Universal Product Code, 12 Stellen) der nordamerikanische. GTIN (Global Trade Item Number) ist der Oberbegriff, der beide umfasst. Amazon verlangt für die meisten Kategorien GS1-konforme GTINs für neue Listings. Wichtig: GTINs müssen direkt bei GS1 registriert sein — Amazon erkennt inzwischen Barcodes von Wiederverkäufern oder Generatoren und sperrt solche Listings. Für bestehende Produkte mit eigenem Barcode: GTIN-Ausnahmegenehmigung (GTIN Exemption) beantragen.
Verwandte Begriffe: → ASIN, → FNSKU, → SKU
EBC (Enhanced Brand Content)
Ältere Bezeichnung für → A+ Content, noch häufig in Seller Central genutzt. Die Funktionalität ist identisch. In Vendor Central hieß das entsprechende Feature früher „A+ Content“, in Seller Central „Enhanced Brand Content“. Heute wird einheitlich „A+ Content“ verwendet.
Verwandte Begriffe: → A+ Content
EDI (Electronic Data Interchange)
EDI ist der standardisierte elektronische Datenaustausch zwischen Vendor und Amazon für Bestellungen, Lieferanmeldungen und Rechnungen. Amazon nutzt spezifische EDI-Transaktionssets: 850 (Purchase Order), 856 (Advanced Shipping Notice / ASN), 810 (Invoice). Für Vendoren mit hohem PO-Volumen ist eine EDI-Integration unerlässlich, um manuelle Fehler und Chargebacks zu minimieren. Vendor-API ist die modernere Alternative für technisch versierte Teams. Ohne EDI oder API: alle Schritte manuell in Vendor Central — fehleranfällig und skaliert nicht.
Verwandte Begriffe: → ASN, → PO, → Chargeback
F
FBA (Fulfillment by Amazon)
FBA ist das Amazon-Fulfillment-Programm für Seller (3P): Du sendest deine Waren in ein Amazon-Fulfillment-Center, Amazon übernimmt Lagerung, Kommissionierung, Versand, Retouren und Kundendienst. Vorteile: Prime-Badge (→ schnellere Lieferung, höhere Conversion), Buy-Box-Vorteil, keine eigene Logistik nötig. Kosten: Lagergebühren (monatsabhängig, mit Peak-Aufschlag Oktober–Dezember), Fulfillment-Gebühren (nach Gewicht/Größe), Long-Term-Storage-Fees bei zu langer Lagerung. FBA rechnet sich für die meisten Standardprodukte mit guter Umschlaggeschwindigkeit. Für sperrige, schwere oder saisonal langsame Produkte: genau kalkulieren.
Verwandte Begriffe: → FBM, → Direct Fulfillment, → FNSKU
FBM / MFN (Fulfillment by Merchant / Merchant Fulfilled Network)
FBM bedeutet: Du als Seller versendest direkt aus deinem eigenen Lager an den Kunden. Kein Amazon-Zwischenlager. Vorteile: volle Kontrolle über Verpackung und Versand, keine FBA-Gebühren, geeignet für große/schwere Produkte, saisonale Artikel oder Premium-Produkte mit besonderen Verpackungsanforderungen. Nachteile: Kein automatischer Prime-Badge (außer bei → Seller Fulfilled Prime), Versandperformance liegt vollständig in deiner Verantwortung (Einfluss auf Buy Box). MFN ist die Amazon-interne Bezeichnung; FBM das gängige Branchen-Kürzel.
Verwandte Begriffe: → FBA, → Direct Fulfillment, → Buy Box
Featured Offer
Neue offizielle Bezeichnung für → Buy Box. Amazon benannte die Buy Box 2022 um, um EU-Wettbewerbsrechtlichen Bedenken zu begegnen. In der Praxis wird in Agentur- und Vendor-Gesprächen weiterhin „Buy Box“ verwendet. Die Mechanik ist identisch.
Verwandte Begriffe: → Buy Box, → MFP
Fill Rate (Lieferquote)
Die Fill Rate misst, welchen Anteil der von Amazon bestellten Menge (PO-Menge) du tatsächlich geliefert hast. Eine Fill Rate von 100 % bedeutet: Amazon hat 1.000 Einheiten bestellt, du hast 1.000 geliefert. Alles darunter kann Chargebacks und reduzierte Folgebestellungen auslösen. Unterscheide Fill Rate (tatsächliche Lieferung) von → Confirmation Rate (Bestätigung des PO). Amazons Ziel-Fill-Rate liegt bei 95 %+. Ursachen für niedrige Fill Rate: Produktionsengpässe, Lager-Errors, falsche Forecasts. Analysiere Fill Rate auf ASIN-Ebene, nicht nur aggregiert — ein einzelnes ASIN mit strukturell schlechter Fill Rate ruiniert den Account-Schnitt.
Verwandte Begriffe: → Confirmation Rate, → OTIF, → Chargeback
FNSKU (Fulfillment Network Stock Keeping Unit)
Der FNSKU ist ein Amazon-spezifischer Barcode, der im FBA-System einen Artikel eindeutig einem Seller-Account zuordnet. Wenn zwei Seller dasselbe Produkt (gleiche EAN) bei FBA einlagern, braucht Amazon den FNSKU, um die Bestände zu trennen — besonders relevant bei Commingling (gemischten Beständen). Du druckst den FNSKU-Aufkleber, der dann den Hersteller-Barcode überdeckt. Wird bei der Einlagerung gescannt und mit der ASIN verknüpft. Fehlt der FNSKU oder ist er nicht lesbar: → Barcode-Chargeback.
Verwandte Begriffe: → ASIN, → EAN, → FBA, → Barcode-Chargeback
Freight Allowance
Teil der → Co-op Agreements. Der Vendor trägt einen Teil der Frachtkosten, die Amazon für die Einlagerung und Distribution entstehen. Die klassische Variante ist „WePay“ (Amazon bezahlt den Frachter, stellt dem Vendor den Anteil in Rechnung). Für Vendoren, die → PICS nutzen, sind die Freight-Abzüge oft günstiger als bei dezentraler Belieferung vieler FCs. Verhandle Freight Allowances mit konkreten Logistikdaten: Wieviel zahlt Amazon tatsächlich pro Einheit für Transport, und wieviel verlangst du per Co-op?
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → PICS, → AVN
G
Glance Views
Glance Views sind die Aufrufe einer Produktdetailseite — das Amazon-Äquivalent zu „Pageviews“ in der Web-Analyse. Ein Glance View = ein Seitenaufruf der Produktseite, unabhängig davon, ob der Nutzer kauft. Glance Views in ARA und Brand Analytics werden genutzt, um → Conversion Rate zu berechnen. Wenn Glance Views hoch sind, aber Umsatz niedrig: Problem liegt im Content oder Preis. Wenn Glance Views niedrig: Problem liegt in der Sichtbarkeit (SEO, Werbung). Der erste Schritt jeder ASIN-Diagnose: Glance Views vs. Conversion Rate.
Verwandte Begriffe: → Conversion Rate, → ARA, → A9
GTIN-Exemption (GTIN-Ausnahme)
Eine Ausnahmegenehmigung, die Amazon erteilt, wenn für ein Produkt kein GS1-konformer Barcode existiert (z.B. bei handgefertigten Produkten, Eigenmarken ohne GS1-Registrierung oder Bundels). Ohne GTIN-Exemption kann kein neues ASIN angelegt werden, wenn Amazon GTINs voraussetzt. Die Beantragung erfolgt kategorieabhängig direkt in Seller Central. Langfristig empfehlenswert: GS1-Mitgliedschaft und eigene EAN-Registrierung, um Abhängigkeit von Ausnahmeregeln zu vermeiden.
Verwandte Begriffe: → EAN, → ASIN
H
Helium 10 / Jungle Scout
Drittanbieter-Tools für Amazon-Keyword-Recherche, Wettbewerbsanalyse, Listing-Optimierung und Umsatzschätzungen. Helium 10 und Jungle Scout sind die meistgenutzten Tools in der Amazon-Branche. Sie schätzen Umsätze auf Basis von BSR-Verlauf (keine offiziellen Daten), analysieren Keyword-Suchanfragen und zeigen Wettbewerber-Listings. Nützlich für Benchmarking, weniger für exakte Forecasts — alle Umsatzschätzungen sind Näherungswerte. Für eigene ASIN-Daten sind Amazons First-Party-Tools (→ ARA, → Brand Analytics) immer präziser.
Verwandte Begriffe: → Keyword-Recherche, → BSR, → Brand Analytics
Hero-Shot (Hauptbild)
Das Hauptbild (Hero-Shot) ist das erste und wichtigste Produktbild — dasjenige, das in Suchergebnissen gezeigt wird. Amazon verlangt für das Hauptbild: weißer Hintergrund (#FFFFFF), das Produkt nimmt mindestens 85 % des Bildrahmens ein, keine Grafiken oder Texte. Das Hero-Shot ist der entscheidende Faktor für die Klickrate (CTR) in Suchergebnissen. Ein besseres Hauptbild = mehr Klicks = mehr Traffic auf deiner Seite = mehr Umsatz. Investiere in professionelle Produktfotografie für das Hauptbild, bevor du in Werbung investierst.
Verwandte Begriffe: → Conversion Rate, → A/B-Test, → CTR
I
Incoterms im Amazon-Kontext
Incoterms (International Commercial Terms) regeln, wer in der Lieferkette zu welchem Zeitpunkt Kosten und Risiken trägt. Im Amazon-Vendor-Kontext relevant bei europäischen oder transatlantischen Lieferketten:
- DDP (Delivered Duty Paid): Du lieferst verzollt und versteuert ans Amazon-FC. Empfehlenswert, wenn du Kontrolle über den Zollprozess behalten willst.
- DAP (Delivered at Place): Du lieferst bis zum FC, Zoll trägt Amazon. Kann zu Zollverzögerungen führen, wenn Amazon-seitig Fehler entstehen.
- FOB (Free on Board): Risiko geht beim Beladen des Schiffs auf den Käufer über. Oft bei asiatischen Produktionen genutzt.
Achte darauf, dass der gewählte Incoterm mit Amazons Vendor-Anforderungen kompatibel ist — falsche Zollabwicklung kann → OTIF-Probleme und Chargebacks auslösen.
Verwandte Begriffe: → OTIF, → Chargeback, → 3PL
IPI (Inventory Performance Index)
Der IPI ist ein Score (0–1.000) in Seller Central FBA, der die Effizienz des Lagerbestandsmanagements misst. Faktoren: Sell-through-Rate, Excess-Inventory-Anteil, In-Stock-Rate für Top-Produkte, Anzahl der Stranded Inventory-Einheiten. Ein IPI unter dem Amazon-Schwellenwert (aktuell ca. 450) führt zu Lagerplatzbeschränkungen in Amazon-FCs — du kannst weniger Einheiten einlagern. Ein guter IPI (700+) signalisiert effizientes Bestandsmanagement und schützt vor Restriktionen. IPI wird wöchentlich aktualisiert.
Verwandte Begriffe: → FBA, → ROOS, → WOC
J
JBP (Joint Business Plan)
Der Joint Business Plan ist die strategische Jahresplanung zwischen Vendor und Amazon — über die reine Konditionen-Verhandlung (→ AVN) hinaus. Er enthält gemeinsame Wachstumsziele, Kategorieentwicklungs-Initiativen, geplante Produkt-Launches, Werbebudget-Planung und KPI-Vereinbarungen für das Folgejahr. JBPs finden typischerweise im Q4 statt und werden von Vendor Managern und Brand Specialists gemeinsam mit dem Vendor erarbeitet. Je besser du in den JBP mit eigenen Wachstumsdaten und einer strukturierten Agenda eingehst, desto größer dein Verhandlungsspielraum. Ein JBP ohne verlässliche Eigenanalyse ist ein Nachteilsgespräch.
Verwandte Begriffe: → AVN, → Vendor Manager, → Co-op Agreement
K
Kategorie-Zulassung (Ungating)
Für bestimmte Amazon-Kategorien und Produkttypen ist eine explizite Zulassung (Approval) erforderlich, bevor du verkaufen kannst — z.B. Schmuck, Kunstwerke, Lebensmittel, bestimmte Elektronikartikel. Amazon nennt das „Gated Categories“ (gesperrte Kategorien). Um Zugang zu erhalten (Ungating), musst du Dokumentation einreichen: Rechnungen von einem autorisierten Distributeur/Hersteller, Produktbilder, GS1-Barcodes, ggf. Sicherheitszertifikate. In manchen Kategorien reicht ein Track Record von verkauften Einheiten als Seller. Für Vendoren: Amazon verwaltet Kategorie-Zugänge intern. Prüfe vor dem Onboarding eines neuen Produkts, ob die Kategorie offen oder gated ist.
Verwandte Begriffe: → ASIN, → Compliance, → Brand Registry
KPI (Key Performance Indicator)
Im Amazon-Kontext die operativen Messgrößen, die Erfolg oder Misserfolg auf dem Kanal zeigen. Die wichtigsten KPIs für Vendoren: Net PPM, OTIF-Rate, Fill Rate, Ordered Revenue vs. Shipped Revenue, Glance Views, Conversion Rate, ACoS/TACoS. Für Seller: Buy Box-Quote, Account Health, Order Defect Rate, ACoS, TACoS, BSR-Entwicklung. Regel: Tracke keine Metrik, auf die du keine Handlungsoption hast. Ein wöchentliches KPI-Dashboard mit maximal 8–10 Kernzahlen reicht aus.
Verwandte Begriffe: → Net PPM, → OTIF, → ACoS, → TACoS
Keyword-Recherche
Die systematische Ermittlung der Suchbegriffe, mit denen potenzielle Käufer auf Amazon nach Produkten wie deinen suchen. Basis für Listing-Optimierung, PPC-Kampagnen-Strukturierung und Wettbewerbsanalyse. Datenquellen: → SQP (Search Query Performance) aus Brand Analytics für eigene ASINs, → Helium 10/Jungle Scout für Wettbewerbsrecherche, Amazon Auto-Complete für Trends. Die wichtigste Keyword-Kategorie: Main-Keywords (direkt transaktional, hohes Suchvolumen) für Titel und vordere Bullet Points. Long-Tail-Keywords für Backend-Felder. Überfüll keine Felder — Keyword-Stuffing schadet Lesbarkeit und Konversion.
Verwandte Begriffe: → SQP, → A9, → Backend-Keywords
Backend-Keywords (Suchbegriffe)
Backend-Keywords sind versteckte Suchbegriffe, die du im Seller Central- oder Vendor Central-Listing-Editor eingibst und die für Kunden nicht sichtbar sind, aber vom → A9-Algorithmus indexiert werden. Sie dienen zur Abdeckung von Synonymen, Schreibvarianten, fremdsprachigen Begriffen und Long-Tail-Keywords, die nicht im sichtbaren Text unterzubringen sind. Zeichenlimit: In Seller Central ca. 250 Byte (nicht Zeichen) für das Backend-Keyword-Feld. Wichtig: Wiederhole keine Keywords, die bereits im Titel oder den Bullets stehen — das bringt keinen zusätzlichen Ranking-Vorteil. Keine konkurrierenden Markennamen eintragen — das verstößt gegen Amazons Richtlinien.
Verwandte Begriffe: → Keyword-Recherche, → A9, → Produkttitel
L
LBB (Lost Buy Box)
Der Anteil der Zeit, in dem dein Produkt die → Buy Box NICHT hält — obwohl du der einzige oder primäre Anbieter bist. Hohe LBB-Anteile entstehen durch: Preisparität-Verstöße (dein Preis auf anderen Kanälen ist günstiger als auf Amazon), schlechte Account-Health-Metriken, unzureichender Lagerbestand, oder eine aktive → MFP-Warnung. Eine Buy-Box-Quote unter 90 % für einen Allein-Anbieter ist ein kritisches Signal, das sofortigen Handlungsbedarf anzeigt.
Verwandte Begriffe: → Buy Box, → MFP, → Price Protection
Lightning Deal
Ein zeitlich begrenztes Blitzangebot (typischerweise 4–12 Stunden) mit Platzierung auf der „Today’s Deals“-Seite und einem Countdown-Timer plus Fortschrittsbalken (Anteil bereits gekaufter Einheiten). Lightning Deals erzeugen FOMO (Fear of Missing Out) und können Conversion-Boosts von 50–200 % für die Laufzeit generieren. Voraussetzungen: Mindestbewertungsanzahl (in der Regel 3+ Sterne, mehrere Reviews), ausreichender Lagerbestand, Mindestrabatt (Amazon gibt den Schwellenwert an), kein kürzlich erhöhter Referenzpreis. Kosten: Gebühr pro Lightning Deal (variiert je Marketplatz und Zeitraum). Für Prime Day und Black Friday ist die Anmeldefrist 6–8 Wochen vorher.
Verwandte Begriffe: → DOTD, → Best Deal, → Promotions
Listing-Hijacking
Listing-Hijacking bezeichnet den Vorgang, bei dem ein anderer Seller ein bestehendes Listing (eine ASIN, die du aufgebaut hast) nutzt, um sein Produkt — oft eine Fälschung oder ein Imitat — über dieselbe Produktseite zu verkaufen. Das passiert vor allem bei ungeschützten Markenprodukten ohne → Brand Registry. Der Hijacker listet sich als weiterer Seller auf deiner ASIN auf, unterbietet deinen Preis und gewinnt die → Buy Box. Sofortmaßnahme: → Brand Registry aktivieren, Cease-and-Desist an den Account, IP-Complaint über Amazon. Langfristig: → Transparency-Programm macht Hijacking technisch unmöglich.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → Transparency, → Buy Box
Launch-Strategie (ASIN-Launch)
Die Strategie, mit der ein neues ASIN auf Amazon sichtbar gemacht und in den Algorithmus gebracht wird. Kernsäulen: (1) Optimiertes Listing vor dem Launch (Titel, Bullets, A+ Content, Hauptbild fertig), (2) Bestand ausreichend (kein Stockout in den ersten 30 Tagen), (3) → Vine für erste Reviews, (4) → Sponsored Products von Tag 1 für schnelles Keyword-Indexing, (5) → Born to Run (für Vendoren) oder initiale externe Traffic-Impulse. Faustregel: Die ersten 30–60 Tage nach Launch sind algorithmisch überproportional wichtig — was du in dieser Phase verdienst, multipliziert sich langfristig im Ranking.
Verwandte Begriffe: → Born to Run, → Vine, → SP, → BSR
M
MAP (Minimum Advertised Price)
Der MAP ist ein Mindest-Anzeigenpreis, den ein Hersteller seinen Händlern vertraglich untersagt zu unterschreiten — für Werbematerialien und Online-Listings. Wichtig: MAP schützt nicht vor Preisverfall auf Amazon direkt — Amazon unterliegt keiner MAP-Bindung, wenn sie Vendoren sind (da sie Eigentümer der Ware werden). MAP-Durchsetzung auf Amazon ist schwierig und erfordert aktives Monitoring und rechtliche Mechanismen. Für Seller-Netzwerke auf Amazon ist MAP ein Instrument zur Preisdisziplin, aber ohne robuste Enforcement-Strategie nur auf dem Papier wirksam.
Verwandte Begriffe: → Price Protection, → MFP, → Buy Box
MDF (Marketing Development Fund / Marketing Accrual)
MDF (auch: Marketing Accrual, Base Accrual, Co-op Marketing) ist ein Co-op-Programm, bei dem der Vendor einen Prozentanteil seines Amazon-Umsatzes für Amazon-Marketing-Maßnahmen aufwendet. Amazon bezeichnet die Mittel als Investition in Cross-Selling-Kampagnen, Search-Engine-Werbung (Google) und Katalog-Verbesserungen. Das Kernproblem: Du hast keine Transparenz darüber, welche konkreten Maßnahmen mit deinen MDF-Mitteln finanziert werden. MDF wird als Abzug vom Zahlungsbetrag verrechnet — du zahlst monatlich den aufgelaufenen Betrag. Die Sätze sind individuell verhandelt und vertraulich. Wichtig in der AVN: Fordere Reporting über tatsächlich durchgeführte Maßnahmen ein, oder verhandle auf einen reinen Cost-Support-Agreement-Ansatz (CSA) mit klar definierten Leistungen.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → AVN, → VIR
MFP (Minimum Featured Price)
Das MFP ist der Mindestpreis, zu dem Amazon bereit ist, ein Produkt in der → Buy Box zu zeigen. Liegt dein Preis unterhalb bestimmter Schwellenwerte (z.B. zu weit unter dem eigenen historischen Preis), supprimiert Amazon die Buy Box — „See All Buying Options“ erscheint statt dem Kaufen-Button. Umgekehrt: Ist dein Preis zu hoch im Vergleich zu externen Quellen (Preisparitäts-Verletzung), kann die Buy Box ebenfalls supprimiert werden. Das MFP schützt Amazon vor Preisimages-Schäden nach unten. Relevanz für Vendoren: Amazon kann Preise für Vendor-Ware selbst setzen. Wenn der von Amazon gesetzte Preis das MFP-Niveau unterschreitet, greift → Price Protection.
Verwandte Begriffe: → Buy Box, → Price Protection, → LBB
Marketplace (Amazon-Marktplatz)
Der Amazon Marketplace ist die Multi-Seller-Plattform, auf der Drittanbieter (Seller / 3P) ihre Produkte neben Amazon-eigenen Angeboten (Vendor / 1P) verkaufen. Der Marketplace ist der Kanal für alle → FBA- und → FBM-Seller. Er koexistiert mit Amazons eigenem Einkauf: Auf einer ASIN können gleichzeitig Amazon (als 1P-Vendor-Ware) und mehrere 3P-Seller anbieten — wer die → Buy Box bekommt, macht den Umsatz. Im B2B-Kontext gibt es zusätzlich Amazon Business als eigene Marktplatz-Ebene mit speziellen Kaufkonditionen für Unternehmen.
Verwandte Begriffe: → Seller, → Vendor, → Buy Box, → FBA
N
Net PPM (Net Pure Profit Margin)
Net PPM ist Amazons wichtigstes Profitabilitäts-Metrik für Vendoren und gibt an, welche Nettomarge Amazon mit deinen Produkten nach Abzug aller Kosten und Co-ops erzielt.
Formel (vereinfacht): Net PPM = (Versendeter Umsatz – Einkaufskosten + Vendor Terms – Verkaufsrabatte) ÷ Versendeter Umsatz × 100
Ein höheres Net PPM verbessert deine Verhandlungsposition: Amazon sieht dich als profitablen Partner und ist eher bereit, Bestellungen zu erhöhen, in Promotions zu investieren und Co-op-Forderungen zu mäßigen. Ein Net PPM unter einem kategorie-spezifischen Schwellenwert ist das Frühwarnsignal für → CRaP-Risiko. Seit Mai 2025 hat Amazon die Anzeige von Sales Discount und Contra-COGS in Vendor Central reduziert — eigene Net PPM-Berechnung anhand historischer Daten wird wichtiger.
Verwandte Begriffe: → PPM, → COGS, → CRAP, → Vendor Manager
Net Receipts
Netto-Einnahmen aus Amazon-Zahlungen nach allen Abzügen (Co-ops, Chargebacks, Erstattungen, Rabatte). Net Receipts ist der tatsächliche Zahlungseingang auf deinem Konto — der Wert, der in der Buchhaltung landet. Wichtig für Cash-Flow-Planung: Die Differenz zwischen geordertem Umsatz und Net Receipts kann bei aktiven Co-op-Agreements und Chargebacks erheblich sein.
Verwandte Begriffe: → Shipped Revenue, → Chargeback, → Co-op Agreement
O
OTIF (On Time In Full)
OTIF ist eine der kritischsten Lieferperformance-Metriken für Vendoren. Sie misst, ob eine Lieferung (a) pünktlich (On Time: innerhalb des vereinbarten Lieferfensters) und (b) vollständig (In Full: 100 % der bestellten Menge) angekommen ist. OTIF unter dem Amazon-Zielwert führt zu → OTIF-Chargebacks. Der Amazon-Zielwert liegt für Vendoren bei 95 % OTIF. Monitore OTIF auf ASIN-Ebene in Vendor Central — aggregierte Werte verschleiern Problemprodukte.
Verwandte Begriffe: → OTIF-Chargeback, → Fill Rate, → Confirmation Rate, → Chargeback
OTIF-Chargeback
Automatische Strafabrechnung für OTIF-Verstöße. Amazon stellt Chargebacks aus, wenn POs zu spät oder unvollständig geliefert werden. Die Höhe ist als Prozentsatz des Bestell-Warenwerts definiert und variiert je nach Schwere des Verstoßes. Seit April 2025 besteht eine Dispute-Frist von nur noch 15 Kalendertagen ab Benachrichtigungs-E-Mail. Für einen erfolgreichen Einspruch brauchst du: Carrier-Tracking-Daten, ASN-Belege, Proof of Delivery. OTIF-Chargebacks sind die häufigste und oft höchste Einzelposition unter den Vendor-Abzügen.
Verwandte Begriffe: → OTIF, → Chargeback, → ASN
Overstock Allowance
Teil der → Co-op Agreements. Amazon erhebt einen Abzug, wenn Vendor-Bestände in Amazon-FCs längere Zeit unverkauft bleiben und Lagerplatz belegen. Der Overstock-Abzug ist Amazons Mechanismus, um Vendoren zu besseren Forecasts und schnellerer Durchlaufgeschwindigkeit zu bewegen. Prävention: Enge Abstimmung von PO-Annahmen und tatsächlichem Sell-through, Promotionen bei langsamen ASINs, und wenn nötig Rückkauf von Überbestand über den Vendor-Rückkaufprozess.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → WOC, → ROOS
P
Parent/Child-ASIN-Struktur
Eine Parent-ASIN bündelt mehrere Produkt-Varianten (Child-ASINs) unter einem einzigen Listing. Beispiel: Ein T-Shirt in drei Farben und fünf Größen = 15 Child-ASINs unter einer Parent-ASIN. Der zentrale Vorteil: Reviews akkumulieren sich auf Parent-Ebene. Eine neue Farbe profitiert sofort vom Bewertungspool aller anderen Varianten. Für die Algorithmik: Der BSR des meistverkauften Child-ASINs beeinflusst die Sichtbarkeit der gesamten Variation-Familie. Strategisch: Neue Varianten eines erfolgreichen Parents launchen ist deutlich einfacher als ein komplett neues Produkt launchen.
Verwandte Begriffe: → ASIN, → BSR, → Vine
PCOGS (Product Cost of Goods Sold)
PCOGS ist der von Amazon an den Vendor bezahlte Warenwert für versendete Produkte. PCOGS findet sich als Metrik in ARA und ist Teil der Net PPM-Berechnung. Unterschied zu → COGS: COGS ist deine interne Kalkulation, PCOGS ist Amazons Buchungsgröße für das, was sie dir bezahlt haben.
Verwandte Begriffe: → Net PPM, → COGS, → Shipped Revenue
PICS / SuperPICS
PICS (Pan-European Inbound Consolidation Service) ist ein Vendor-Logistikprogramm, bei dem du statt in viele einzelne europäische Amazon-Fulfillment-Center zu liefern, nur noch an wenige (in der Regel 2–4) zentrale Einlieferungspunkte lieferst. Amazon übernimmt dann die interne europaweite Distribution. Abgerechnet wird auf „Contra-COGS“-Basis als Abzug von deinen Rechnungen (Satz verhandelt, typisch im einstelligen Prozentbereich). SuperPICS ist die Erweiterung für Hochvolumen-Vendoren: Belieferung nur eines einzigen Einlieferungspunkts (oft Deutschland oder UK), Amazon verteilt EU-weit. Voraussetzung: Einladungsprogramm, nur für Vendoren mit substanziellem und konsistentem Pan-EU-Volumen.
Wirtschaftlichkeit: Vergleiche die PICS-Contra-COGS-Abzüge mit deinen aktuellen Logistikkosten für dezentrale FC-Belieferung. Bei ausreichendem Volumen ist PICS fast immer günstiger.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → Freight Allowance, → AVN
PO (Purchase Order)
Eine PO ist die offizielle Bestellung, die Amazon an den Vendor ausstellt. Der Vendor bestätigt oder lehnt die PO ab (→ Confirmation Rate). Der gesamte Vendor-Fulfillment-Prozess dreht sich um POs: Empfang → Bestätigung → Produktion/Kommissionierung → → ASN → Lieferung → Abrechnung. POs haben ein Lieferfenster (Earliest Ship Date / Latest Delivery Date). Lieferungen außerhalb dieses Fensters triggern → OTIF-Chargebacks. Beachte: Amazon passt PO-Mengen algorithmisch an — kleine Bestellungen können auf Forecasting-Probleme hinweisen, die du aktiv mit dem Vendor Manager diskutieren solltest.
Verwandte Begriffe: → ASN, → OTIF, → Confirmation Rate, → Fill Rate
PPM (Pure Profit Margin)
PPM (auch: Gross PPM) ist die Bruttomargen-Kennzahl Amazons vor Abzug der Co-op-Vereinbarungen. Sie misst: PPM = (Versendeter Umsatz – Einkaufspreise) ÷ Versendeter Umsatz × 100. Der Unterschied zum → Net PPM: Net PPM berücksichtigt zusätzlich alle Co-op-Abzüge und Vendor Terms. PPM ist der Ausgangspunkt, Net PPM die Realität.
Verwandte Begriffe: → Net PPM, → COGS, → Co-op Agreement
Prime (Amazon Prime)
Amazon Prime ist das Abo-Programm für Endkunden mit kostenlosem Expressversand, Prime Video, Prime Music und weiteren Vorteilen. Für Vendoren und FBA-Seller: Produkte, die Prime-eligible sind, erhalten den blauen Prime-Badge und werden in Prime-Suchergebnissen bevorzugt gezeigt. Über 200 Mio. Prime-Mitglieder weltweit. In der Praxis kaufen Prime-Mitglieder häufiger und setzen höhere Erwartungen an Lieferzeiten — ein Non-Prime-Angebot in einer von Prime dominierten Kategorie ist strukturell im Nachteil. Für FBA-Seller ist Prime automatisch inklusive. Für FBM-Seller gibt es Seller Fulfilled Prime (SFP), das strenge Versandstandards voraussetzt.
Verwandte Begriffe: → FBA, → FBM, → Buy Box
Produkttitel (Listing-Titel)
Der Produkttitel ist das erste, was Kunden in Suchergebnissen sehen — und das wichtigste Keyword-Feld für den → A9-Algorithmus. Amazon erlaubt je nach Kategorie 80–200 Zeichen. Optimale Struktur (Vendor Central): Marke + Produkttyp + wichtigstes Differenzierungsmerkmal + Variante/Größe. Seller Central erlaubt mehr Freiheit. Mobile Truncation beachten: auf dem Smartphone sind oft nur 70–80 Zeichen sichtbar. Die wichtigsten Keywords müssen also in der ersten Hälfte stehen. Kein Keyword-Stuffing — Amazon kann Titel bei offensichtlichem Spam zurücksetzen.
Verwandte Begriffe: → A9, → Keyword-Recherche, → Bullet Points
PPC (Pay-per-Click)
PPC ist das übergeordnete Abrechnungsmodell für Amazons Advertising-Produkte: Du zahlst nur dann, wenn ein Nutzer auf deine Anzeige klickt. Umfasst → Sponsored Products, → Sponsored Brands, → Sponsored Display. Gegensatz: CPM-Abrechnung (Cost per Mille), wie sie in → DSP-Kampagnen üblich ist. PPC ist der Einstieg in Amazon-Werbung für die meisten Brands — mit direktem Einfluss auf Ranking und Sichtbarkeit in der organischen Suche (Halo-Effekt: bezahlte Klicks verbessern organisches Ranking).
Verwandte Begriffe: → Sponsored Products, → ACoS, → TACoS
Price Protection
Teil der → Co-op Agreements. Wenn du als Vendor deinen Einstandspreis senkst, kann Amazon auf Basis der Price-Protection-Vereinbarung einen Ausgleich für bereits im Bestand befindliche Einheiten (Lagerbestand + offene POs) fordern. Logik: Amazon hat dein Produkt zum alten, höheren Preis eingekauft — jetzt ist es günstiger verfügbar und Amazon verliert Marge auf den bereits bezahlten Bestand. Price Protection ist ein starkes Instrument in Amazons Hand, das Preissenkungen direkt mit Kosten verbindet. Verhandlungshinweis: Definiere im Co-op klar, ob Price Protection nur auf Lager oder auch auf offene POs angewendet wird, und vereinbare Obergrenzen oder Ausnahmen.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → MAP, → MFP
Project Zero
Amazons selbstgesteuertes Anti-Piraterie-Programm für Markeninhaber. Mit Project Zero kannst du gefälschte Listings selbst direkt entfernen — ohne über Amazon-Kundendienst gehen zu müssen. Du erhältst ein „Self-Service Counterfeit Removal“ Tool in Seller Central. Voraussetzung: Brand Registry, nachgewiesene Markenregistrierung. Der Unterschied zu Brand Registry allein: Bei Project Zero bewertet ein Amazon-Algorithmus neue Listings und Angebote automatisch auf Fälschungsmerkmale. Hohe Missbrauchstoleranz (fälschlich entfernte Listings können zu Programmausschluss führen) — nur für echte Counterfeit-Fälle nutzen.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → Transparency, → Brand Store
Pan-EU FBA (Pan-European FBA)
Pan-European FBA ist ein FBA-Programm für Seller, das automatische Inventarverteilung über alle teilnehmenden europäischen Amazon-Marktplätze ermöglicht (DE, FR, IT, ES, PL, SE, NL, BE u.a.). Du lieferst Bestand in ein FC, Amazon verteilt ihn algorithmisch in die anderen EU-FCs, um optimale Nähe zu Kunden zu erreichen. Vorteile: lokale Lieferzeiten in allen Ländern, niedrigere FBA-Gebühren in lokalen Marktplätzen statt Cross-Border-Versandgebühren. Voraussetzung: Steuerliche Registrierung in jedem Land, in dem Bestand gelagert wird (oder Nutzung des Amazon-VAT-Services). Für Marken mit ernsthafter EU-Expansion ist Pan-EU der Effizienzstandard.
Verwandte Begriffe: → FBA, → EFN, → Incoterms
Preiserosion
Preiserosion bezeichnet den schleichenden Rückgang des Verkaufspreises eines Produkts auf Amazon, ausgelöst durch Wettbewerber-Preiskämpfe, Amazon-eigene Algorithmus-Preissenkungen oder → MAP-Verstöße im Seller-Netzwerk. Für Vendoren: Amazon senkt den Verkaufspreis eigenständig, wenn externe Quellen günstiger sind — das drückt die Marge und kann → CRaP auslösen. Für Seller: Preisroboter von Konkurrenten können Spiralen abwärts auslösen. Prävention: Strikte MAP-Policy + Monitoring-Tools + konsequentes Vorgehen gegen Policy-Verstöße + starke Markenpositionierung, die rein preisorientierte Vergleiche erschwert.
Verwandte Begriffe: → MAP, → CRAP, → MFP, → Price Protection
Q
Q4-Strategie (Amazon Q4)
Q4 (Oktober–Dezember) ist auf Amazon die umsatzstärkste Phase des Jahres mit Prime Day als Sonder-Peak im Juli und dem Black-Friday/Cyber-Monday/Weihnachtsgeschäft als Hauptphase. Besondere Q4-Faktoren: FBA-Lagergebühren steigen ab Oktober signifikant (Peak-Surcharge), Lagereingangs-Lead-Times erhöhen sich auf 2–4 Wochen (rechtzeitig inbound!), Werbekosten steigen durch erhöhten Wettbewerb, Lightning Deal- und DOTD-Anmeldungen müssen 6–8 Wochen im Voraus erfolgen. Planung beginnt idealerweise im August mit Bestandsaufbau und Kampagnenplanung.
Verwandte Begriffe: → Lightning Deal, → FBA, → DOTD
Q&A (Fragen & Antworten)
Der Q&A-Bereich auf der Produktdetailseite zeigt Kundenfragen und Antworten von anderen Kunden oder dem Markeninhaber. Als Markeninhaber solltest du alle Fragen innerhalb von 24–48 Stunden beantworten — unbeantwortete Fragen werden von anderen Kunden beantwortet, was zu Fehlinformationen führen kann. Strategisch: Häufig gestellte Fragen im Q&A sind wertvolle Hinweise für fehlende Informationen in Bullet Points oder A+ Content. Wenn dieselbe Frage dreimal gestellt wird, fehlt die Antwort im Listing.
Verwandte Begriffe: → A+ Content, → Bullet Points, → Vine
R
Review (Produktbewertung)
Reviews sind das wichtigste Vertrauenssignal auf Amazon. Der A9-Algorithmus berücksichtigt Bewertungsanzahl und Durchschnittsscore. Praktische Schwellenwerte: Unter 10 Reviews ist ein Launch noch nicht stabil. Ab 50 Reviews setzt organisches Momentum ein. Unter 4,0 Sterne leidet die Conversion Rate spürbar. Du darfst als Markeninhaber keine bezahlten oder gefälschten Reviews arrangieren (Policy-Verletzung mit Account-Sperrungsrisiko). Erlaubte Wege: → Vine für neue Produkte, Follow-up-E-Mails über das „Request a Review“-Tool in Seller Central (einmalig pro Bestellung), → Brand Tailored Promotions für treue Käufer.
Verwandte Begriffe: → Vine, → A9, → Brand Tailored Promotions, → BSR
Replenishment Codes
Replenishment Codes in Vendor Central steuern, wie Amazon die Bestandsplanung für ein ASIN handhabt. Ein Replenishment Code von „Normal“ bedeutet reguläre Bestellungen; „No Purchase“ oder „Do Not Replenish“ signalisiert, dass Amazon plant, den Bestand auslaufen zu lassen. Ein Replenishment Code, der sich unangekündigt von „Normal“ zu „Slow“ oder „No Purchase“ ändert, ist ein frühes CRaP-Signal. Überprüfe Replenishment Codes regelmäßig in ARA oder Vendor Central — sie sind eine der wenigen direkten Indikatoren für Amazons interne Profitabilitätsbewertung deiner Produkte.
Verwandte Begriffe: → CRAP, → Net PPM, → ARA
Repricing
Repricing ist die (oft automatisierte) Anpassung des Verkaufspreises in Reaktion auf Wettbewerber-Preise, Buy-Box-Verlust oder Amazon-Algorithmus-Signale. Repricing-Tools (z.B. Repricer.com, BQool, Seller Snap) überwachen Preise in Echtzeit und passen deinen Preis innerhalb definierter Min/Max-Grenzen an. Wichtig: Min-Grenze immer auf Break-even-Preis setzen — ohne Floor-Preis führen Repricing-Spiralen in Verlustgeschäft. Für Vendoren ist Repricing nicht direkt steuerbar (Amazon setzt Preise), aber über → Price Protection und Einkaufspreisverhandlungen indirekt beeinflussbar.
Verwandte Begriffe: → Buy Box, → MAP, → MFP, → Preiserosion
Review (Produktbewertung)
Reviews sind das wichtigste Vertrauenssignal auf Amazon. Der A9-Algorithmus berücksichtigt Bewertungsanzahl und Durchschnittsscore. Praktische Schwellenwerte: Unter 10 Reviews ist ein Launch noch nicht stabil. Ab 50 Reviews setzt organisches Momentum ein. Unter 4,0 Sterne leidet die Conversion Rate spürbar. Du darfst als Markeninhaber keine bezahlten oder gefälschten Reviews arrangieren (Policy-Verletzung mit Account-Sperrungsrisiko). Erlaubte Wege: → Vine für neue Produkte, Follow-up-E-Mails über das „Request a Review“-Tool in Seller Central (einmalig pro Bestellung), → Brand Tailored Promotions für treue Käufer.
Verwandte Begriffe: → Vine, → A9, → Brand Tailored Promotions, → BSR
Retargeting (Amazon DSP)
Retargeting über Amazon DSP bedeutet: Nutzer, die dein Produkt bereits angesehen, in den Warenkorb gelegt oder auf deine Marken-Seite geklickt haben, werden auf anderen Websites und Apps mit gezielten Display- oder Video-Anzeigen erneut angesprochen. Da Amazon First-Party-Kaufdaten besitzt, ist Amazon DSP-Retargeting präziser als auf anderen Plattformen — du sprichst echte „In-Market“-Nutzer an, nicht Lookalike-Schätzungen. Sinnvoll besonders für höherpreisige Produkte mit längerer Entscheidungsphase.
Verwandte Begriffe: → DSP, → AMC, → Sponsored Display
ROAS (Return on Advertising Spend)
ROAS ist das Inverse des → ACoS und gibt an, wie viel Umsatz du pro Euro Werbeausgabe generierst.
Formel: ROAS = Werbeumsatz ÷ Werbeausgaben
Beispiel: 2.500 € Umsatz bei 500 € Werbeausgaben = ROAS 5 (oder 5x). Je nach Marge kann ein ROAS von 3–4 profitabel oder defizitär sein. ROAS wird häufiger in DSP- und Branding-Kontexten genutzt, ACoS in PPC-Kontexten. Beide messen dasselbe Verhältnis — nur aus anderen Blickwinkeln.
Verwandte Begriffe: → ACoS, → TACoS, → DSP
ROOS (Run Out of Stock)
ROOS misst den Prozentsatz der Zeit, in der ein Produkt auf Amazon nicht verfügbar war (Lagerbestand = 0). Jeder Tag mit ROOS ist verlorener Umsatz und Ranking-Verlust: Der A9-Algorithmus bestraft Stockouts, weil „nicht lieferbar“ eine schlechte Customer Experience ist. Amazon erhebt historische ROOS-Daten in ARA. Ein ROOS über 5 % pro Jahr ist ein ernst zu nehmendes Operations-Problem.
Verwandte Begriffe: → SoROOS, → WOC, → IPI
SoROOS (Share of Run Out of Stock)
SoROOS erweitert → ROOS um den Wettbewerbskontext: Wie oft warst du verglichen mit deinen direkten Wettbewerbern out-of-stock? Wenn du und alle Wettbewerber gleichzeitig out-of-stock sind (z.B. bei einem Rohstoffengpass), ist dein relativer Schaden geringer. Wenn du allein out-of-stock bist und Wettbewerber verfügbar bleiben, verlierst du überproportional Marktanteil. SoROOS ist in ARA Premium verfügbar.
Verwandte Begriffe: → ROOS, → ARA
S
SD (Sponsored Display)
Sponsored Display ist Amazons selbstverwaltetes Retargeting-Format innerhalb von Seller und Vendor Central. Im Gegensatz zu → DSP (programmatisch, extern) funktioniert Sponsored Display direkt aus den Advertising-Konsolen heraus und richtet sich an Nutzer, die ähnliche Produkte angesehen haben oder an bestimmten Interessenprofilen entsprechen. Geringere Einstiegshürde als DSP, weniger Reichweite, weniger Targeting-Optionen. Gut als erster Retargeting-Einstieg.
Verwandte Begriffe: → DSP, → PPC, → Retargeting
SKU (Stock Keeping Unit)
Eine SKU ist deine interne Produktkennung — selbst definiert, eindeutig pro Artikel in deinem System. Nicht zu verwechseln mit → ASIN (Amazons Kennung) oder → EAN (GS1-Barcode). In FBA ordnest du eine SKU einer ASIN zu. Wenn du mehrere SKUs auf eine ASIN mappen willst (z.B. für unterschiedliche Lagerchargen), ist das möglich — birgt aber Verwaltungsrisiken. Klare SKU-Systematik ist Grundlage für sauberes Bestandsmanagement.
Verwandte Begriffe: → ASIN, → FNSKU, → EAN
SPA / FLEX (Promotional Allowances)
SPA (Special Promotional Allowances) sind Co-op-Abkommen, über die der Vendor Amazons Promotionen (Lightning Deals, Coupons, Sale-Events) mitfinanziert. FLEX ist die programmatische Erweiterung: Ein automatisiertes Programm, das preis-optimierte Promotionen auf Basis von Algorithmen schaltet. SPAs/FLEX-Kosten werden typischerweise per Einheit berechnet und nach der Promotion abgerechnet. Vorteil: Erhöhte Sichtbarkeit während der Promotion. Risiko: Unkontrollierte FLEX-Promotionen können den Referenzpreis dauerhaft verzerren.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → Lightning Deal, → Price Protection
SB (Sponsored Brands)
Sponsored Brands sind Werbeanzeigen, die am Anfang der Suchergebnisseite erscheinen — mit Markenlogo, eigenem Headline-Text und bis zu 3 Produkten. Exklusiv für brand-registrierte Advertiser. Sponsored Brands generieren Markenbekanntheit zusätzlich zu direkten Verkäufen. Subformat: Sponsored Brands Video — autoplayendes Video in den Suchergebnissen, eines der wirkungsvollsten Formate für erklärungsbedürftige Produkte. Wichtig: Sponsored Brands-Klicks gehen auf eine Landingpage (Brand Store oder ASIN-Kollektion) — die Landing Page muss konvertieren.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → PPC, → Brand Store
Seller (3P / Third Party)
Ein Seller (3P) ist ein Händler, der über den Amazon Marketplace verkauft — Amazon fungiert als Plattform, nicht als Käufer. Der Seller kauft nicht von Amazon, sondern verkauft an Kunden über Amazon. Hauptunterschied zu → Vendor (1P): Du behältst Kontrolle über Preise und Lagerbestände, trägst aber auch mehr operative Verantwortung. Verwaltungsplattform: → Seller Central. Für Markeninhaber: Ein Hybrid-Modell (gleichzeitig Vendor und Seller auf verschiedenen ASINs) ist möglich und wird strategisch genutzt.
Verwandte Begriffe: → Vendor, → Seller Central, → FBA, → Buy Box
Seller Central
Das webbasierte Portal für 3P-Seller zur Verwaltung ihres Amazon-Accounts: Listings, FBA-Bestand, Bestellmanagement, Advertising-Konsole, Brand Analytics, Account Health, Vine, Promotions. Seller Central ist der Arbeitsplatz für alle Seller-seitigen Amazon-Aktivitäten. Im Gegensatz zu → Vendor Central hast du hier direkte Preiskontrolle und mehr Self-Service-Möglichkeiten. Zugangspunkt: sellercentral.amazon.de (DE-Marketplace).
Verwandte Begriffe: → Vendor Central, → Seller, → FBA, → Brand Analytics
Seller Fulfilled Prime (SFP)
Seller Fulfilled Prime erlaubt FBM-Sellern, den Prime-Badge zu erhalten, wenn sie eigene Versandprozesse mit Amazon-Prime-Qualität betreiben — also Nextday/Twoday-Lieferung aus eigenem Lager garantieren. Die Anforderungen sind hoch: Versandleistung 99 %+, Stornorate unter 0,5 %, nur Amazon-zertifizierte Carrier. SFP ist nützlich für sperrige Produkte, die sich nicht für FBA eignen, aber dennoch Prime-Traffic ansprechen sollen.
Verwandte Begriffe: → FBM, → FBA, → Prime, → Buy Box
SP (Sponsored Products)
Sponsored Products sind die häufigste und direkteste Werbeform auf Amazon: Keyword-basierte Anzeigen, die neben und in organischen Suchergebnissen erscheinen — optisch kaum vom organischen Ergebnis zu unterscheiden (kleines „Gesponsert“-Label). Sponsored Products haben direkten Einfluss auf das organische Ranking: Ein Keyword, auf das du Anzeigenklicks bekommst und das konvertiert, wird organisch besser gerankt. SP ist der Startpunkt für jede Amazon-Werbestrategie — vor Sponsored Brands, vor DSP.
Verwandte Begriffe: → PPC, → ACoS, → A9
SQP (Search Query Performance)
Der Search Query Performance Report ist ein Tool in Brand Analytics (Seller Central), das zeigt, wie oft ein bestimmter Suchbegriff auf Amazon gesucht wurde und wie sich dein ASIN in diesem Funnel verhält: Impressionen → Klicks → Warenkorbzusätze → Käufe. Für jedes Keyword siehst du deinen ASIN-Marktanteil (Impressions Share, Click Share, Purchase Share). SQP ist eine der wertvollsten Datenquellen für Amazon-Strategie: Du erkennst, wo du Sichtbarkeit hast, aber nicht konvertierst, und wo du Suchvolumen verschenkst, weil dein ASIN gar nicht erscheint. Seit Februar 2025 ist SQP auch über die SP-API abrufbar (programmatischer Zugriff).
Verwandte Begriffe: → Brand Analytics, → Keyword-Recherche, → Conversion Rate
Stranded Inventory
Stranded Inventory ist Lagerbestand in Amazon-FCs, der keinem aktiven Listing zugeordnet ist — z.B. weil ein Listing gelöscht wurde, wegen eines Policy-Verstoßes deaktiviert wurde, oder weil die ASIN gesperrt ist. Für diesen Bestand entstehen Lagergebühren, aber keine Verkäufe. Stranded Inventory verschlechtert den → IPI-Score. Behebung: Listing reaktivieren oder Removal Order stellen (Rücksendung an dich oder Vernichtung durch Amazon). Wöchentliche Kontrolle des Stranded Inventory-Reports in FBA-Inventory ist Pflicht.
Verwandte Begriffe: → FBA, → IPI, → ASIN
Subscribe & Save (SnS)
Subscribe & Save ist ein Amazon-Abonnement-Programm, bei dem Kunden wiederkehrende Lieferungen eines Produkts zu einem Rabatt aktivieren. Für Vendoren: Teilnahme über Co-op-Vereinbarung. Für Seller: Opt-in pro ASIN in Seller Central. Vorteile: Planbare Nachfrage, niedrigere Customer Acquisition Cost für Wiederholungskäufe, Algorithmus-Boost (Subscribe & Save-Einheiten zählen positiv für BSR und Rankings). Risiko: Du bindest dich an einen Rabatt, der dauerhaft gilt. Bei zu hohem SnS-Anteil kann Preisanpassung Bestands-Kündigungen auslösen.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → BSR
T
TACoS (Total Advertising Cost of Sales)
TACoS setzt Werbeausgaben nicht nur in Relation zum Werbeumsatz, sondern zum Gesamtumsatz des ASINs — inklusive organischer Verkäufe.
Formel: TACoS = Werbeausgaben ÷ Gesamtumsatz (organisch + bezahlt) × 100
TACoS zeigt den tatsächlichen Werbe-Overhead auf dein Gesamtgeschäft. Ein → ACoS von 30 % kann bei starker organischer Basis einen TACoS von nur 8 % bedeuten — das ist ein gesundes Verhältnis. Wenn ACoS und TACoS fast identisch sind, existiert kaum organischer Umsatz — das Produkt läuft nur durch Paid-Traffic. Ziel: TACoS langfristig senken, indem organisches Ranking wächst.
Verwandte Begriffe: → ACoS, → ROAS, → Organic Ranking
Titel-Optimierung
→ Siehe Produkttitel (Listing-Titel)
Transparency (Amazon Transparency)
Das Amazon Transparency-Programm ist ein Anti-Counterfeit-Serialisierungssystem auf Einzeleinheits-Ebene. Jede produzierte Einheit erhält einen einzigartigen, nicht-sequenziellen 2D-Barcode (Transparency-Code), der von Amazon generiert wird. Beim Eingang im Fulfillment-Center scannt Amazon den Code — Einheiten ohne gültigen Code werden nicht versendet. Kunden können Codes über die Amazon Shopping App oder Transparency App scannen und die Echtheit bestätigen. Das Programm funktioniert für FBA und Direct Fulfillment. Kosten: Pro-Code-Gebühr (volumenabhängig gestaffelt), keine Einrichtungsgebühr. Voraussetzung: Brand Registry, Markeneintragung. Transparency ist die stärkste technische Counterfeit-Abwehr auf Amazon.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → Project Zero, → ASIN
3PL (Third Party Logistics)
Ein externer Logistikdienstleister, der Lagerung, Kommissionierung und Versand übernimmt — als Alternative oder Ergänzung zu FBA oder eigenem Versand. Im Amazon-Kontext: 3PL-Anbieter können für → FBM-Aufträge genutzt werden, für → Direct Fulfillment-Versand, für die Vorbereitung von FBA-Sendungen (Barcoding, Bundling, Labeling) und als Pufferlager in der Nähe von Amazon-FCs. Ein guter 3PL-Partner mit Amazon-Expertise kann Chargebacks durch korrekte Verpackungs- und Labeling-Compliance signifikant reduzieren. Wähle 3PLs mit nachgewiesener Amazon-Erfahrung — generische Lagerbetriebe kennen Amazon-spezifische Anforderungen oft nicht ausreichend.
Verwandte Begriffe: → FBA, → FBM, → Direct Fulfillment, → Chargeback
U
UPC
→ Siehe EAN / GTIN / UPC
Umsatz: Ordered Revenue vs. Shipped Revenue
Ein grundlegender Unterschied in der Vendor-Berichterstattung: Ordered Revenue ist der Wert aller Produkte, die Kunden in einem Zeitraum bestellt haben — unabhängig davon, ob die Ware schon versandt wurde. Shipped Revenue ist der Wert der tatsächlich versendeten Produkte. Bei stabiler Bestandslage liegen beide Werte nah beieinander. Bei Lagerengpässen klafft die Lücke: Ordered Revenue steigt, Shipped Revenue stagniert. Für Umsatz-Reporting mit dem Management ist Shipped Revenue die belastbarere Zahl, da sie buchhalterisch realisiert ist. Ordered Revenue zeigt Nachfrage-Signale.
Verwandte Begriffe: → ARA, → Net Receipts, → PCOGS
V
Vendor (1P / First Party)
Ein Vendor (1P) ist ein Unternehmen, das Produkte direkt an Amazon verkauft — Amazon ist Zwischenhändler und Eigentümer der Ware, bevor sie zum Kunden geht. Auf der Produktseite erscheint „Verkauf und Versand durch Amazon“. Vorteile: kein direktes Fulfilment-Management, Amazon-Prime-Standard, Zugang zu Vendor-spezifischen Programmen (→ AVN, → PICS, → Born to Run). Nachteile: Du hast keinen direkten Einfluss auf den Verkaufspreis, Amazon bestellt nach eigenem Algorithmus, Co-op-Kosten können erheblich sein. Gegenstück: → Seller (3P).
Verwandte Begriffe: → Seller, → Vendor Manager, → Co-op Agreement
Vendor Central
Das webbasierte Portal, über das Amazon-Vendoren (1P) ihre Geschäftsbeziehung mit Amazon verwalten: PO-Verwaltung, ASN-Erstellung, Katalog-Management, Content-Upload, Rechnungsstellung, Co-op-Portal, ARA-Reporting und Compliance-Tracking. Vendor Central ist der operative Arbeitstisch des 1P-Betriebs — alles, was in der Vendor-Beziehung zählt, läuft hier. Seller-Äquivalent: → Seller Central.
Verwandte Begriffe: → Vendor, → Seller Central, → ARA, → Co-op Agreement
Vendor Manager (VM)
Der Vendor Manager ist Amazons interner Ansprechpartner für die kommerzielle Beziehung mit dem Vendor — zuständig für Einkaufspreise, PO-Volumina, AVN-Verhandlungen und operative Eskalationen. Vendor Manager wechseln häufig (oft jährlich). Beziehungspflege ist dennoch wichtig — ein gut informierter VM, dem du klare Performance-Daten präsentierst, ist ein Hebel. Ein VM ist kein Marketingberater: Er vertritt Amazons Interessen, nicht deine.
Verwandte Begriffe: → AVN, → JBP, → Brand Specialist, → AVS
VIR (Volume Incentive Rebate)
VIR ist ein Co-op-Programm, bei dem der Vendor Amazon einen Bonus zahlt, wenn ein definiertes Umsatzziel erreicht wird. Das Ziel ist, Amazon einen Anreiz zu geben, mehr deiner Produkte zu bestellen und aktiv zu verkaufen. Funktionsweise: Entweder fester Prozentsatz ab einer Umsatzschwelle, oder gestaffelt (Tier-System: 1 Mio. € Umsatz = X %, 2 Mio. € = Y %). Wichtig: Wenn das VIR-Ziel nicht erreicht wird, wird in der Regel kein Bonus fällig — der Anreiz entfällt, aber du schuldest nichts. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu fixen Co-op-Abzügen. Verhandle VIR-Ziele realistisch basierend auf historischer Umsatzentwicklung — zu ambitionierte Targets können Amazons Bestellverhalten nicht ausreichend kompensieren.
Verwandte Begriffe: → Co-op Agreement, → AVN, → MDF
VINE (Amazon Vine)
Amazon Vine ist ein kontrolliertes Review-Programm, bei dem ausgewählte, vertrauenswürdige Rezensenten (Vine Voices) Produkte kostenlos erhalten, um ehrliche Bewertungen zu hinterlassen. Für brand-registrierte Seller und Vendoren zugänglich. Kosten: Gebühr pro ASIN (variiert). Vine-Reviews sind für den Produktlaunch kritisch wichtig: Ohne Reviews existiert ein Produkt auf Amazon praktisch nicht (→ A9 bewertet Rezensionen-Qualität und -Anzahl). Vine-Reviews dürfen nicht manipuliert werden — die Rezensenten sind zu objektiver Meinung verpflichtet. Stell sicher, dass du Vine erst aktivierst, wenn das Produkt sich in finaler Form befindet.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → Born to Run, → A9
W
Warenkorb-Abandonment (Cart Abandonment)
Nutzer, die ein Produkt in den Warenkorb legen, aber den Kauf nicht abschließen. Amazons Warenkorb-Abandonment-Rate ist systembedingt niedrig im Vergleich zu anderen E-Commerce-Shops, weil Amazon den Checkout extrem optimiert hat. Dennoch ist Warenkorb-Abandonment ein Targeting-Signal im → DSP und in → Brand Tailored Promotions — du kannst diese Nutzer gezielt mit Anzeigen re-engagen. Im Kontext von Brand Analytics zeigen „Add to Cart“-Daten im → SQP-Report, wo Nutzer interesse zeigen, aber noch nicht kaufen.
Verwandte Begriffe: → DSP, → Brand Tailored Promotions, → SQP
WOC (Weeks of Cover)
WOC misst, wie viele Wochen der aktuelle Lagerbestand bei aktuellem Abverkaufstempo ausreicht — ein rollierender Forecast-Indikator.
Formel: WOC = Aktueller Bestand ÷ Durchschnittlicher Wochenabsatz
Amazon zeigt WOC in ARA und Vendor Central. Ein WOC unter 2 Wochen ist ein Stockout-Alarm — sofortige Nachbestellung oder Lieferung erforderlich. Ein WOC über 20 Wochen ist ein Überbestands-Signal — Risiko für → Overstock Allowance-Abzüge. Idealer WOC für die meisten FMCG-Produkte: 4–8 Wochen. In Q4 oder vor Prime Day: höher einplanen.
Verwandte Begriffe: → ROOS, → IPI, → Overstock Allowance
Wettbewerbsanalyse auf Amazon
Die systematische Beobachtung von Wettbewerber-ASINs: Preisgestaltung, BSR-Entwicklung, Review-Volumen, Listing-Qualität, Werbeintensität (erkennbar an Sponsored-Positionen) und Bestandslage (out-of-stock = Chance für eigene Positionierung). Werkzeuge: → Helium 10 / Jungle Scout für BSR-Tracking, → SQP für eigene Keyword-Marktanteile, manuelle Beobachtung der Category Page. Wichtige Frage in der Analyse: Wo genau verlierst du die Buy Box oder den Klick an einen Wettbewerber — auf Preis, Content, Reviews oder Lagerbestand?
Verwandte Begriffe: → BSR, → SQP, → Brand Analytics, → Buy Box
Z
Zahlungsziel (Payment Terms)
Die Zahlungsfristen zwischen Vendor und Amazon, die in den AVN verhandelt werden. Längere Zahlungsziele bedeuten für den Vendor eine Verlängerung der Cash-Flow-Belastung — Amazon zahlt später. Kürzere Zahlungsziele (z.B. 30 vs. 60 Tage) sind ein echtes Verhandlungsziel, das bares Geld wert ist. Im AVN werden Zahlungsziele oft gegen Co-op-Sätze ausgespielt — „kürzeres Zahlungsziel gegen höheres MDF“. Kalkuliere den Cash-Flow-Effekt explizit, bevor du Kompromisse eingehst.
Verwandte Begriffe: → AVN, → Co-op Agreement, → Net Receipts
Zwischenhändler (Unauthorized Reseller / Grey Market)
Wenn ein Vendor seine Produkte über Amazon verkauft, tauchen häufig unautorisierte Dritthändler auf, die dasselbe Produkt über Seller-Accounts listen — oft günstiger, ohne Markenkontrolle und mit fragwürdiger Herkunft. Diese Graumarkt-Seller untergraben den Markenwert, stehlen die Buy Box und erschweren das → MAP-Monitoring. Gegenmaßnahmen: → Brand Registry für Listing-Kontrolle, → Transparency für Unit-Serialisierung, selektive Distribution (nur autorisierte Händler erhalten Ware), und konsequente IP-Complaints gegen Verletzungen. Kein Tool ersetzt eine wasserdichte Distributionspolitik.
Verwandte Begriffe: → Brand Registry, → Transparency, → MAP, → Buy Box
Zollabwicklung (Customs Clearance)
Für internationale Lieferketten nach Europa ist die korrekte Zollabwicklung Voraussetzung für rechtzeitige OTIF-Lieferung an Amazon-FCs. Wichtige Aspekte: HS-Code (Zolltarifnummer) korrekt klassifizieren, Ursprungsland für Präferenzregeln (EUDR, Zollabkommen) prüfen, korrekte Handelsrechnung (Commercial Invoice) mit allen Amazon-Pflichtfeldern. Bei DDP-Incoterm trägst du als Vendor Verantwortung für fehlerfreie Verzollung. Verzögerungen durch Zollfehler zählen als OTIF-Verstoß — Amazon trägt keine Mitschuld, nur du.
Verwandte Begriffe: → Incoterms, → OTIF, → 3PL
Schnell-Referenz: Alle Abkürzungen A–Z
| Abkürzung | Vollständiger Begriff | Kategorie |
|---|---|---|
| 1P | First Party (Vendor-Modell) | Geschäftsmodell |
| 3P | Third Party (Seller-Modell) | Geschäftsmodell |
| 3PL | Third Party Logistics | Logistik |
| ACoS | Advertising Cost of Sales | Advertising |
| AMC | Amazon Marketing Cloud | Advertising/Analytics |
| AMS | Amazon Marketing Services (veraltet, heute Amazon Ads) | Advertising |
| ARA | Amazon Retail Analytics | Analytics |
| ASN | Advanced Shipping Notice | Operations |
| ASIN | Amazon Standard Identification Number | Produktkatalog |
| AVN | Annual Vendor Negotiations | Kommerziell |
| AVS | Amazon Vendor Services | Account Management |
| AZ | A-to-Z Guarantee (Käuferschutz) | Policy |
| B2R / BTR | Born to Run | Vendor Programme |
| BA | Brand Analytics | Analytics |
| BS | Brand Specialist | Account Management |
| BSR | Best Seller Rank | Ranking |
| BTP | Brand Tailored Promotions | Marketing |
| COGS | Cost of Goods Sold | Finanzen |
| CRAP/CRaP | Cannot Realize Any Profit | Profitabilität |
| CTR | Click-Through Rate | Advertising |
| CVR | Conversion Rate | Performance |
| DAP | Delivered at Place (Incoterm) | Logistik |
| DDP | Delivered Duty Paid (Incoterm) | Logistik |
| DF | Direct Fulfillment | Logistik |
| DOTD | Deal of the Day | Promotions |
| DSP | Demand-Side Platform | Advertising |
| EAN | European Article Number | Produktkatalog |
| EBC | Enhanced Brand Content (= A+ Content) | Content |
| EDI | Electronic Data Interchange | Technologie |
| EFN | European Fulfillment Network | Logistik |
| FBA | Fulfillment by Amazon | Logistik |
| FBM | Fulfillment by Merchant | Logistik |
| FC | Fulfillment Center | Logistik |
| FLEX | Promotional Allowances (automatisiert) | Co-op |
| FNSKU | Fulfillment Network Stock Keeping Unit | Produktkatalog |
| FOB | Free on Board (Incoterm) | Logistik |
| GTIN | Global Trade Item Number | Produktkatalog |
| IPI | Inventory Performance Index | Operations |
| JBP | Joint Business Plan | Strategie |
| KPI | Key Performance Indicator | Analytics |
| LBB | Lost Buy Box | Performance |
| MAP | Minimum Advertised Price | Pricing |
| MDF | Marketing Development Fund | Co-op |
| MFN | Merchant Fulfilled Network (= FBM) | Logistik |
| MFP | Minimum Featured Price | Pricing |
| Net PPM | Net Pure Profit Margin | Finanzen |
| OTIF | On Time In Full | Logistik/Compliance |
| PCOGS | Product Cost of Goods Sold | Finanzen |
| PICS | Pan-European Inbound Consolidation Service | Logistik |
| PO | Purchase Order | Operations |
| PPM | Pure Profit Margin | Finanzen |
| PPC | Pay-per-Click | Advertising |
| Q4 | viertes Quartal (Okt–Dez) | Saisonalität |
| ROAS | Return on Advertising Spend | Advertising |
| ROOS | Run Out of Stock | Operations |
| SB | Sponsored Brands | Advertising |
| SBV | Sponsored Brands Video | Advertising |
| SD | Sponsored Display | Advertising |
| SFP | Seller Fulfilled Prime | Logistik |
| SKU | Stock Keeping Unit | Produktkatalog |
| SnS | Subscribe & Save | Programme |
| SoROOS | Share of Run Out of Stock | Analytics |
| SPA | Special Promotional Allowances | Co-op |
| SP | Sponsored Products | Advertising |
| SQP | Search Query Performance | Analytics |
| SVS | Strategic Vendor Services (heute: AVS) | Account Management |
| TACoS | Total Advertising Cost of Sales | Advertising |
| UPC | Universal Product Code | Produktkatalog |
| VIR | Volume Incentive Rebate | Co-op |
| VM | Vendor Manager | Account Management |
| WOC | Weeks of Cover | Operations |
Schaller Digital — schaller.work
Dokument: Amazon-Lexikon für Mittelständler, Version 1.0, Stand 2026-05-29
Veröffentlichung: Whitepaper-PDF + /werkstatt/glossar
Weiterführend:
- Rufus ist tot — Amazon heißt sein KI-Tool jetzt Alexa for Shopping — Was sich für Vendor und Seller ändert
- KI & Alexa for Shopping Glossar — 56 Begriffe aus LLM, RAG und Agentic Commerce
- SEO & GEO Glossar — 67 Begriffe aus klassischem SEO und KI-Suche